Nahost : Private Leibwächter töten zwei Irakerinnen

In Bagdad haben Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes Zivilisten erschossen. Auf ein Fahrzeug, das sich den Wachleuten näherte, feuerten diese Schüsse ab. Unter den Insassen des Wagens waren auch Kinder.

BagdadIn die Erschießung zweier Zivilisten im Irak waren Angestellte einer ausländischen Sicherheitsfirma mit Sitz in Dubai verwickelt. An dem Vorfall am gestrigen Dienstag im Bagdader Stadtteil Karrada sei eine Eskorte der Unity Resources Group (URG) beteiligt gewesen, teilte die Sicherheitsfirma mit.

Den bisher erhaltenen Informationen zufolge habe sich den Sicherheitskräften ein Fahrzeug genähert und trotz wiederholter Warnzeichen nicht angehalten. Deshalb seien schließlich Schüsse abgefeuert worden und das Fahrzeug sei zum Stehen gekommen, hieß es weiter. Nach Angaben von Polizei und Augenzeugen starben bei dem Angriff zwei Frauen, eine weitere wurde verletzt. Die Sicherheitskräfte waren danach demnach weiter gefahren und hatten den von Schüssen durchlöcherten Wagen der Frauen auf einer vielbefahrenen Straße zurückgelassen.

Auch Kinder im beschossenen Auto

In dem Auto saßen laut Augenzeugen auch zwei Kinder. URG warte auf weitere Details über den Vorfall und erörtere mit den irakischen Behörden Konsequenzen, so das Unternehmen. Die Firma bedaure das Geschehene sehr und wolle die Öffentlichkeit weiter informieren. Sicherheitsleute von URG überwachen US-Berater des Research Triangle Institute, das die staatlichen Institutionen im Irak stärken soll.

URG beschäftigt laut einer Internetseite des US-Außenministeriums westliches Personal, darunter frühere Einsatzkräfte von Eliteeinheiten aus den USA, Großbritannien und Australien. Der Vorfall ereignete sich nur vier Wochen nach dem Skandal um die US-Sicherheitsfirma Blackwater. Wachleute der Firma hatten bei einem Zwischenfall in Bagdad Augenzeugen zufolge wahllos um sich geschossen und 17 Zivilisten getötet. Nach Angaben der irakischen Regierung schossen die Wachleute völlig grundlos in die Menge.

Bagdad untersucht den todbringenden Vorfall

Das irakische Innenministerium untersucht den jüngsten tödlichen Zwischenfall mit einer ausländischen Sicherheitsfirma in Bagdad. Eine Untersuchungskommission sei eingerichtet worden, zitierte die Nachrichtenagentur Aswat al Irak einen Sprecher des Ministeriums. Das Unternehmen URG habe seine Bereitschaft erklärt, an der Aufklärung des "bedauernswerten" Vorfalls mitzuwirken.

Aswat al Irak berichtete weiter, im Osten von Bagdad seien am Dienstag bei Sonnenuntergang zwei Zivilisten durch die Explosion einer Autobombe ums Leben gekommen. 18 Menschen seien bei dem Anschlag verletzt worden. (mit AFP)