Nahostkonflikt : Gazastreifen: Hamas stimmt Waffenstillstand mit Israel zu

Die radikalislamische Hamas will schon in den nächsten Tagen eine 18-monatige Waffenruhe mit Israel verkünden - als Gegenleistung für ein Ende der israelischen Blockade des Gazastreifens.

KairoDie radikalislamische Hamas hat nach eigenen Angaben einem 18-monatigen Waffenstillstand mit Israel im Gazastreifen zugestimmt. Dies sei die Gegenleistung dafür, dass Israel seine Blockade des Palästinensergebietes aufhebe, sagte die Nummer zwei des Hamas-Politbüros, Mussa Abu Marsuk, am Donnerstag. Ägypten, das in dem Konflikt vermittelt hatte, werde den Waffenstillstand in 48 Stunden offiziell verkünden.

"Wir haben dem Waffenstillstand mit der israelischen Seite für anderthalb Jahre (im Gegenzug) für die Öffnung aller sechs Übergänge zwischen dem Gazastreifen und Israel zugestimmt", zitierte die ägyptische Nachrichtenagentur Mena Abu Marsuk nach einem Treffen mit Ägyptens Geheimdienstchef Omar Suleiman. Ägypten werde die Einigung bekanntgeben, nachdem es die israelische Seite und weitere palästinensische Gruppen kontaktiert habe. Der israelische Regierungssprecher Mark Regev sagte er wolle sich nicht äußern.

Grenzübergänge sollen geöffnet werden

Hindernisse, die bislang eine Einigung verhindert hätten, seien ausgeräumt, betonte Abu Marsuk Mena zufolge. Hier sei es vor allem um den vor mehr als zwei Jahren verschleppten israelischen Soldaten Gilad Schalit gegangen. Schalit und der Waffenstillstand würden nun getrennt behandelt. Der Soldat solle im Austausch für palästinensische Gefangene freikommen. Israel hatte bislang die Freilassung Schalits zur Bedingung für ein Ende der Blockade des Gazastreifens gemacht.

Hamas-Vertretern zufolge hat Israel angeboten, die Grenzübergänge in den Gazastreifen zu öffnen und wieder bis zu 80 Prozent Güter in das Palästinensergebiet zu lassen. Verboten bleiben sollte die Einfuhr jener Waren, die zur Waffenproduktion benutzt werden könnten. Eines der Hauptziele der am 18. Januar beendeten dreiwöchigen israelischen Großoffensive im Gazastreifen war es, eine weitere Aufrüstung der Hamas zu verhindern.

Nach der israelischen Offensive hatte die ägyptische Regierung wochenlang mit Unterhändlern Israels und der Hamas über einen Waffenstillstand im Gazastreifen verhandelt. Bei der Offensive waren rund 1330 Palästinenser getötet worden. Am 18. Januar wurde ein vorläufiger Waffenstillstand ausgerufen, der von beiden Seiten jedoch mehrfach gebrochen wurde. (jam/AFP)