Nahverkehr : Störungen auf fast allen S-Bahn-Linien

Ausfälle durch technische Pannen und Fahrermangel

Bei der S-Bahn häufen sich die Pannen. Nachdem am frühen Dienstagmorgen der Zentralrechner im Stellwerk Halensee abgestürzt war, fielen Dutzende Züge ganz oder auf Teilstrecken aus. Besonders betroffen waren nach Auskunft eines Sprechers die Linien S 1, S 2 uns S 46, die erst nach vier Stunden wieder halbwegs planmäßig fuhren. Zu dieser Zeit war wegen einer technischen Störung am Ostbahnhof auch auf der stark frequentierten Stadtbahn Chaos ausgebrochen: Viele Züge aus Wartenberg, Strausberg und Ahrensfelde kamen selbst im Berufsverkehr nur noch bis Lichtenberg, die S 9 von Schönefeld endete schon am Treptower Park und fuhr außerdem nur zwischen Zoo und Spandau. Selbst am Nachmittag war der Fehler noch nicht behoben. Ähnliche Probleme hatte es schon am Montag gegeben, als erst eine Signalstörung und dann ein Weichenschaden den Verkehr im Südosten teilweise lahmgelegt hatten. Dazu gab es oft nur spärliche Informationen für die Wartenden.

Beinahe schon normal geworden ist der Ausfall der S 85 zwischen Schöneweide und Waidmannslust. Offiziell heißt es, diese Linie werde bei Störungen immer zuerst gestoppt, weil die Passagiere relativ leicht auf andere ausweichen könnten. Insider berichten jedoch, dass die S-Bahn nicht mehr genug Fahrer hat. Während im Frühsommer massenhafte Krankmeldungen von Fahrern nach der Umstellung des Dienstplansystems Probleme machten, sollen inzwischen so viele Mitarbeiter wegrationalisiert worden sein, dass schon ein normaler Krankenstand die Personaldecke reißen lässt. „Kein Kommentar“, hieß es dazu gestern. Auch sonst gibt sich die S-Bahn derzeit verschlossen. Ebenfalls keine Antwort gab es auf die Frage, ob die S-Bahn regelmäßig kürzere Züge fahren lasse als vom Land bestellt, also beispielsweise mit sechs statt acht Wagen unterwegs sei. „Ich frage mich, ob der Senat als Finanzier das überhaupt mitbekommt“, sagte jemand, der die entsprechenden Listen kennt. obs

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