Nationalmannschaft : DFB zahlt 3,65 Millionen für EM-Qualifikation

Erster EM-Zahltag: Die Spieler der deutschen Nationalelf dürfen sich über die Prämien für das Erreichen der EM freuen. Der DFB schüttet insgesamt 3,65 Millionen Euro aus. Großverdiener sind ausgerechnet zwei Bankdrücker.

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Großverdiener. Timo Hildebrand 150.000-Euro an Prämie für die EM-Qualifikation. -Foto: ddp

Barsinghausen Auf die EM-Titelprämie müssen sich die deutschen Fußball-Nationalspieler mit DFB-Präsident Theo Zwanziger erst noch einigen, trotzdem dürfen sie sich schon jetzt über den ersten großen EM-Zahltag freuen. Nach den letzten Gruppenspielen gegen Zypern an diesem Samstag in Hannover und vier Tage später in Frankfurt gegen Wales werden die Qualifikationsprämien von maximal 150.000 Euro pro Mann fällig. Insgesamt muss der DFB nach derzeitigem Stand 3,65 Millionen Euro an 36 Akteure sowie die Sportliche Leitung um Bundestrainer Joachim Löw und Team-Manager Oliver Bierhoff ausschütten.

Über das dickste Weihnachtsgeld dürfen sich ausgerechnet zwei Akteure freuen, die kaum auf dem Platz gestanden haben: Torhüter Timo Hildebrand (FC Valencia) mit bislang zwei Einsätzen in zehn Partien und Abwehrspieler Manuel Friedrich (Bayer Leverkusen/4 Einsätze) haben nach ihrer erneuten Berufung für die letzten zwei Partien den 150.000-Euro-Jackpot geknackt, weil sie als einzige Nationalspieler bei allen zwölf Gruppenspielen zumindest zum Aufgebot gehörten.

Volle Prämie für Bankdrücker

Das Defensiv-Duo profitiert besonders von der Großzügigkeit des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), wonach nicht nur die eingesetzten Akteure, sondern auch Bank- und Tribünenhocker die Bonuszahlung von 12.500 Euro pro Qualifikations-Partie kassieren. "Die Spieler, die im Kader sind beziehungsweise nominiert wurden, kriegen die volle Prämie", hatte Bierhoff unlängst berichtet. Auch der Manager sowie Bundestrainer Löw, dessen Assistent Hansi Flick und Torwarttrainer Andreas Köpke kassieren jeweils den Maximalbetrag von 150.000 Euro.

Löw hat in der EM-Qualifikation bislang 29 Akteure eingesetzt, in den Aufgeboten standen aber insgesamt 36. Am meisten für sein Geld arbeiten musste bisher Torsten Frings: Der gegen Zypern und Wales wegen seiner neuerlichen Knieverletzung fehlende Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen kam in allen neun Partien, bei denen er zum Aufgebot zählte, auch zum Einsatz. Insgesamt stand Frings 781 Minuten auf dem Spielfeld. Der Leverkusener Gonzalo Castro dagegen bekommt seine bisher einzige Einsatzminute, die er beim 0:0 gegen Irland im vergangenen Monat absolvieren durfte, mit 75.000 Euro vergütet.

Prämie für EM-Titel noch offen

Sieben Spieler kamen noch gar nicht zum Einsatz, am meisten verdiente Robert Enke. Der Schlussmann von Hannover 96 saß nur auf der Ersatzbank oder der Tribüne und kassiert 62.500 Euro, egal, ob er gegen Zypern oder Wales doch noch zum Einsatz kommen sollte.

Noch offen ist, wieviel der DFB für den EM-Titel 2008 bezahlen würde. 300.000 Euro pro Mann hatte Kapitän Michael Ballack zuletzt für einen WM-Triumph 2006 ausgehandelt. "Die Weltmeisterschaft im eigenen Land war eine Sondersituation, das ganz große Ding. Eine Prämie in dieser Größenordnung wird es nicht geben", hatte Bierhoff angekündigt. Die Bezugsgröße seien eher jene 100.000 Euro, die es bei der letzten EM 2004 in Portugal für den Titelgewinn gegeben hätte. DFB-Präsident Zwanziger sieht den Verhandlungen gelassen entgegen und rechnet mit einer raschen Einigung: "Ich sehe da keine Probleme auf uns zukommen. Die Spieler wissen, dass sie gutes Geld bekommen."

Joachim Löw richtete den Blick beim Treffpunkt des DFB-Kaders am Dienstag in der Sportschule Barsinghausen lieber auf den sportlichen Bereich. Nach der verletzungsbedingten Absage des Schalkers Jermaine Jones fordert er von den verbliebenen 23 Akteuren einen positiven Jahresabschluss. "Es ist wichtig, dass wir die zehn Tage nützen. Im Jahr 2008 wird alles kürzer und gedrängter", sagte der Bundestrainer. Die EM-Empfehlungschancen insbesondere für Rückkehrer wie die Stürmer Mike Hanke und Oliver Bierhoff, "die ein bisschen zurückgeworfen worden sind", werden knapp. "Wir haben im nächsten Jahr nur noch zwei Spiele bis zur Nominierung", bemerkte Löw: "Gut, dass wir die Mannschaft jetzt noch einmal zehn Tage zusammenhaben." (mit dpa)