Nationalmannschaft : Zwanziger will Löw auch nach der WM

DFB-Präsident Theo Zwanziger möchte über die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 hinaus mit Bundestrainer Joachim Löw zusammenarbeiten. Während Teammanager Bierhoff schon im Sommer verlängern will, möchte Löw erst nach einer erfolgreichen WM-Qualifikation verhandeln.

Eric Dobias,Jens Mende[dpa]

Leipzig/Kopenhagen DFB-Präsident Theo Zwanziger will auch nach der Weltmeisterschaft in Südafrika an Bundestrainer Joachim Löw festhalten. Eine rasche Weiterverpflichtung bahnt sich aber nur mit Teammanager Oliver Bierhoff an. Der Ex- Nationalspieler, der immer wieder in der Bundesliga als Manager- Kandidat gehandelt wird, will seine berufliche Zukunft möglichst bald regeln. "Im Sommer wird klar sein, was ich mache", kündigte der 40- Jährige in einem Interview mit dem "Express" an. Es sei "gut vorstellbar", dass er bald sein Engagement beim Deutschen Fußball- Bund verlängere, erklärte Bierhoff am Mittwoch beim Training der Nationalmannschaft in Leipzig. "Nach der China-Reise werden wir uns zusammensetzen. Ein Jahr Vorlauf reicht vollkommen", ergänzte der Manager, dessen derzeitiger Kontrakt nach der WM 2010 endet.

"Ich bin ein Freund von Kontinuität. Ich bin seit 2004 dabei, wir haben gerade auch im Umfeld der Nationalelf viel aufgebaut", betonte Bierhoff, der zwischenzeitlich auch in das DFB-Präsidium aufgenommen worden ist. Ein Wechsel in die Bundesliga reize ihn dagegen aktuell nicht: "Mein heutiges Ziel ist nicht, 2010 Club-Manager zu sein." Das hat Bierhoff auch Zwanziger mitgeteilt. "Ich glaube, dass ich in fast sechs Jahren die Position gut ausgefüllt habe. Die Zusammenarbeit ist sehr gut", erklärte der ehemalige DFB-Kapitän in Leipzig.

Entscheidung frühestens bei gesicherter WM-Teilnahme

Zwanziger plant mit Löw über 2010 hinaus. "Ich habe im Moment überhaupt keinen Anlass, über andere Lösungen nachzudenken", sagte der DFB-Präsident. Löw hat aber angekündigt, dass er erst nach einer erfolgreichen WM-Qualifikation über eine mögliche vorzeitige Verlängerung des im kommenden Jahr auslaufenden Vertrages sprechen wolle. "Das ehrt ihn, er will nicht auf Nummer sicher gehen", bemerkte Bierhoff, der im Falle eines Löw-Abschieds als Manager für die Suche eines neuen Trainers mit verantwortlich wäre.

Auch Zwanziger begrüßt diesen zeitlichen Ablauf bei Löw. "Wir spielen jetzt die WM-Qualifikation, wünschen uns, dass das alles erfolgreich geht, und dann werden wir sicher mal Gespräche führen. Wenn er den Zeitpunkt für gegeben hält, über diese Dinge zu sprechen, dann werden wir dies sicher tun." Er müsse "nicht betonen, dass ich diesen Bundestrainer sehr, sehr schätze und dass wir uns auch gut verstehen. Ich bin nicht nur mit seiner Arbeit hochzufrieden, sondern schätze ihn auch sehr als Mensch und Persönlichkeit", so Zwanziger.

Auch Bierhoff votiert für Kontinuität bei der Sportlichen Leitung der Nationalmannschaft. "Das Trainerteam Löw, Flick und Köpke macht eine hervorragende Arbeit." Der Teammanager weiß aber auch, dass im Falle eines Verpassens der WM "eine große Diskussion" auch um Löw losbrechen würde. "Aber ich würde mir erst Gedanken über einen neuen Trainer machen, wenn Joachim Löw die Mannschaft nicht mehr erreichen würde. Und das ist ja absolut nicht der Fall", sagte Bierhoff. Er wisse zwar, dass es Löw auch reizen könnte, "einen Top-Club durch die Champions League zu führen". Aber er ist auch überzeugt davon, "dass Löw gerne unser Trainer bleibt". (küs/dpa)