Nationalpark Unteres Odertal : Tierschutz und Klimaschutz kommen sich ins Gehege

Der Förderverein des Nationalparks Unteres Odertal lehnt eine in Groß Pinnow geplante Windkraftanlage ab. In erster Linie werden Störungen des herbstlichen Vogelzugs befürchtet, was sich wiederum negativ auf den Tourismus auswirken würde.

Schwedt/OderDer Förderverein des Nationalparks Unteres Odertal lehnt eine in Groß Pinnow geplante Windkraftanlage ab. Das Projekt dürfe nicht genehmigt werden, forderte der Vorstandsvorsitzende Thomas Berg. Die Windkraftanlage würde den Kranichzug empfindlich stören und viele seltene große Vögel wie Seeadler, Schwarzstorch und Wiesenweihe am Brutgeschäft hindern. Damit wären auch Einbußen im Tourismus zu erwarten. Denn der Vogelzug sei im Herbst eine große touristische Attraktion.

Nach Angaben von Berg übernachten im Herbst jährlich 10.000 bis 14.000 Kraniche östlich der Oder, um am Tage westlich des Flusses auf Landwirtschaftsflächen nach Futter zu suchen. Dieses Naturschauspiel werde durch den geplanten Windpark Groß Pinnow gefährdet. Durch die Windanlage würde der größte Kranichschlafplatz Polens von den Futterplätzen abgetrennt.

Gutachter schönen im Interesse ihrer Auftraggeber

Zugleich liegen Berg zufolge die Brutstandorte von Schwarzstorch, Seeadler und Wiesenweihe nur 1,5 bis 2,2 Kilometer entfernt vom geplanten Windpark. Mindestens drei Kilometer müssten es sein, um schädliche Auswirkungen auszuschließen. Negative Auswirkungen hätte das Windfeld zudem auf wandernde Fledermäuse und rastende Singschwäne, fügte Berg hinzu.

Der Förderverein appelliere daher an die Landesplanungsbehörde Berlin-Brandenburg, den Bebauungsplan "Windpark Groß Pinnow" nicht zu genehmigen. An geeigneten Standorten seien Windkraftanlagen durchaus akzeptabel, nicht aber in Vogelschutzgebieten.

Berg betonte, das Gutachten zur Verträglichkeitsprüfung ignoriere die Schutzansprüche. Die Gutachter leugneten im Interesse ihrer Auftraggeber jeden Eingriff in den Naturhaushalt. Die Landesplanungsbehörde müsse eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung durch ein anerkanntes Planungsbüro anfordern. (mit ddp)

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