Der Tagesspiegel : Neonazis planen Marsch in Seelow

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Alternativveranstaltung für Zug durch Halbe Halbe/Seelow - Sollten Gerichte letztinstanzlich verbieten, dass am kommenden Sonnabend Rechtsextreme durch Halbe marschieren können, planen sie für ihr sogenanntes „Heldengedenken“ eine Alternativveranstaltung. Nach Informationen dieser Zeitung wollen die Neonazis stattdessen in Seelow demonstrieren. Das Polizeipräsidium Frankfurt (Oder) bestätigte gestern, dass die Rechtsextremen eine Veranstaltung für Seelow angemeldet haben. Auf den Seelower Höhen hatte im April 1945 die größte Schlacht des Zweiten Weltkrieges auf deutschem Boden stattgefunden. Mehr als 100 000 Soldaten starben bei den schweren Kämpfen in der Region.

Zwischen dem Neonazi-Marsch und der geplanten Gegendemonstration – dem sogenannten „Tag der Demokraten“ in Halbe – lägen dann mehr als 100 Kilometer. Denn die Veranstalter der Gegenkundgebung wollen ihre Pläne auch dann nicht verändern, wenn die Neonazis nach Seelow ausweichen sollten. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, den Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) zu der Gegendemo eingeladen hatte, wird aber nicht komen.

„Wir werden unser Konzept nicht umstoßen“, sagt Mitorganisatorin Anne Böttcher. Es sei vor allem darum gegangen, den Soldatenfriedhof Halbe nicht den Rechtsextremen zu überlassen, und zu verhindern, dass der größte Soldatenfriedhof Deutschlands für rechte Propaganda genutzt werde.

Die Veranstalter des Neonazi-Marsches erklärten im Internet, es gehe ihnen mit ihrer Alternativplanung darum, nicht nur auf dem „trostlosen Bahnhofsvorplatz und eingekreist von der Polizei“ demonstrieren zu dürfen. Das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) hatte am Freitag die Auflagen der Polizei bestätigt, die den Rechtsextremen nur eine Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz gestattet. pete

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