Nepal : Regierungskrise nach Entlassung des Armeechefs

Die kommunistische Partei UML hat aus Protest gegen die Entlassung des Armeechefs Katawal die Koalitionsregierung unter Führung der Maoisten verlassen. Das Land steckt nun erneut in einer politischen Krise.

Kathmandu General Rookmangud Katawal war zuvor während einer Kabinettssitzung von den Maoisten mit der Begründung entlassen worden, er habe sich der Eingliederung der ehemaligen maoistischen Rebellen in die Armee widersetzt. Zum Nachfolger Katawals wurde sein Stellvertreter, Kul Bahadur Khadka, ernannt.

Die rund 19.000 ehemaligen Rebellen sollen im Zuge des Friedensprozesses nach dem Ende des Bürgerkriegs 2006 in die regulären Streitkräfte integriert werden. Das Verhältnis zwischen Militär und Maoisten gilt als äußerst gespannt, seitdem die ehemaligen Rebellen politisch an der Macht sind.

Maoisten auf Koalitionspartner angewiesen

Der unter seinem Kampfnamen Prachanda bekannte Ex-Rebellenchef Pushpa Kamal Dahal führt seit vergangenem August die Regierung in Kathmandu. Nach viermonatiger Regierungskrise war er zum Ministerpräsidenten gewählt worden.

Die Maoisten sind aus der Wahl als stärkste Partei hervorgegangen, sie konnten jedoch keine eigene Regierungsmehrheit erreichen. Die nötige Stimmenzahl erzielte Prachanda nur durch ein neues Bündnis zwischen Maoisten, moderaten Kommunisten und der Madhesi Volkspartei. Nach rund 240 Jahren war die Monarchie in Nepal vor einem Jahr abgeschafft worden. (sh/dpa)