Netzagentur : Telekom darf Preise für Festnetztelefonate selbst festlegen

Die Bundesnetzagentur lässt den ehemaligen Monopolisten Telekom von der Leine, weil sie glaubt, dass der Wettbewerb inzwischen ausreichend funktioniert.

Köln/BonnDie Preise für Telefongespräche im Festnetz soll die Deutsche Telekom künftig selbst festlegen dürfen, hat die Bundesnetzagentur entschieden. Außerdem muss der Konzern Preise für Gespräche von Konkurrenten, die durch das Telekom-Netz geleitet werden, nicht mehr vorlegen. Auf diesem Gebiet habe die Telekom keine "beträchtliche Marktmacht" mehr, da ausreichend Wettbewerb herrsche, begründet Matthias Kurth, der Präsident der Agentur, die Entscheidung. Trotzdem werde man die weitere Entwicklung genau beobachten, so Kurth.

Unverändert muss die Telekom weiterhin Verbindungen von anderen Anbietern in ihr Netz zulassen. Auch Telefonate in Netze von Wettbewerbern sowie "Call-by-Call"- und "Preselection"-Angebote oder Anrufe zu Mehrwertdiensten in alternativen Netzen müssen nach wie vor ermöglicht werden.

Bislang muss der ehemalige Monopolist die Endkundenpreise bei der Netzagentur vorlegen, die dann prüft, ob die Telekom ihre Marktführerschaft missbraucht. Die Preise für Verbindungen ins ausländische Festnetz und Mobilfunknetz werden bereits seit 2006 beziehungsweise 2007 nicht mehr reguliert. Die sogenannten Durchleitungsentgelte, die von den Wettbewerbern zu zahlen sind, muss sich der Konzern bislang von der Behörde sogar vorab genehmigen lassen. (ds/dpa/Reuters)