Neue Anforderungen : Brandenburger Eierproduzent steht vor dem Aus

Da hilft auch Ostern nicht: Wegen der vorgeschriebenen Umstellung von Käfig- auf Bodenhaltung muss der Südbrandenburger Eierproduzent Ehlego bei Cottbus um seine Existenz fürchten. Bis zum Ende des Jahres müsste der Familienbetrieb 44 Millionen Euro investieren. Jetzt soll die Politik helfen.

CottbusDem südbrandenburger Eierproduzenten Ehlego in Roggosen bei Cottbus droht ausgerechnet in der österlichen Hochsaison das Aus. "Wegen des fehlenden Eigenkapitals für die gesetzlich angeordnete Umrüstung von Käfig- auf Bodenhaltung ist unsere Existenz gefährdet", erklärte der Geschäftsführer und Inhaber der Ehlego Land GmbH, Egon Ehlenberger, am Donnerstag. Rund 100 Arbeitsplätzen seien in Gefahr. In dem Unternehmen werden rund 1,4 Millionen Legehennen gehalten.

Bis zum 31. Dezember 2009 müsste der größte ostdeutsche Familienbetrieb dieser Art eigenen Angaben zufolge rund 44 Millionen Euro in die neuen Bodenhaltungssysteme investieren. Die Hälfte des Geldes soll aus Eigenmitteln aufgebracht werden. Ansonsten würden die Banken eine Kreditübernahme verweigern. "Mit der vom Land Brandenburg in Aussicht gestellten Investitionsförderung in Höhe von elf Millionen Euro würde nochmals die gleiche Summe fehlen", sagte der aus Rheinland-Pfalz stammende Unternehmer. Weitere Eigenmittel seien erst im Jahr 2010 verfügbar, wenn die Altschulden für umgerüstete Anlagen und Stallungen bezahlt wären.

Ein Runder Tisch soll helfen

Mit einem Hilferuf hat sich Ehlenberger jetzt an Berliner und Brandenburger Bundes- und Landtagsabgeordnete gewandt. Nach Auskunft des SPD-Bundestagsabgeordneten Steffen Reiche vom Donnerstag soll es voraussichtlich Ende April oder Anfang Mai einen Runden Tisch mit Vertretern von Bund, Land und Spree-Neiße-Kreis zur Rettung des Unternehmens geben.

Das familiengeführte Unternehmen ist 1991 aus dem ehemaligen volkseigenen Betrieb (VEB) Kombinat Industrielle Mast (KIM) entstanden. (jg/ddp)

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