Der Tagesspiegel : Neue Heimat für Uhus und Biber Bestand im Nationalpark Unteres Odertal wächst

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Criewen – Zehn Jahre nach seiner Gründung verzeichnet der Nationalpark Unteres Odertal nicht nur einen wachsenden Bestand von Tier und Pflanzenarten, sondern auch die Zahl seiner Besucher steigt. „Das weiträumige Areal ist mit Blick auf Deutschland und die EU eine Auenlandschaft von unschätzbarem Wert“, sagt Brandenburgs Umweltminister Wolfgang Birthler (SPD). Sie trage mit zur wirtschaftlichen Regionalentwicklung bei. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 150000 Gäste in den Nationalpark und rund 45000 Besucher nutzten die naturkundlich betreuten Angebote. Auch für Nationalpark-Leiter Romuald Buryn wächst der Nationalpark zunehmend mit der Region zusammen. Der Park sei ein stabiles Aushängeschild für die Region und fördere sowohl die wirtschaftliche als auch die touristische Entwicklung, stellt er fest. „Das Nationalparkhaus in Criewen ist seit seiner Eröffnung vor vier Jahren ein Anziehungspunkt ersten Ranges.“ Der Park hat 14 Angestellte und elf Naturwächter.

Die Abschirmung großer Flächen im Schutzgebiet – sie werden nicht mehr landwirtschaftlich genutzt – hat den Tieren gut getan. Die Bestände – darunter die von Blaukehlchen, Wachtelkönig, Fledermaus und Wiesenbrütern – wachsen. Mit 31 Brutpaaren bei Höckerschwänen und 25 Biberfamilien ist laut Buryn ein bisher einmaliges Aufkommen zu verzeichnen. „Erstmals hat auch ein Uhu erfolgreich gebrütet.“ Außerdem sei eine langsame Umgestaltung der Vegetation zu beobachten.

Zunehmend nutzten Wissenschaftler und Studenten aus dem In- und Ausland das Areal für Forschungszwecke. „Mit der Ausweisung von vier Teilgebieten der Schutzzone I (220 Hektar) des Nationalparks hat sich die Totalreservatsfläche auf 1320 Hektar erweitert“, erläutert Buryn. Bis zum Jahr 2010 soll auf Grundlage des Nationalparkgesetzes die Hälfte der Fläche (5250 Hektar) absolute Schutzzone werden, um sich ungestört zu entwickeln. Hier sei der Mensch nur stiller Beobachter, nicht mehr Gestalter.

Bei aller Abgeschiedenheit sollen dennoch Naturerlebnisse Vorrang haben. So reicht das Wegenetz inzwischen über 200 Kilometer und es werden 15 Parkplätze angelegt; Liegeplätze sowie Anlegestellen sollen folgen. dpa

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