Neue Statistik : 11.511 Hochzeiten und 30.900 Todesfälle

Berlin verzeichnet einen Geburtenüberschuss, in Cottbus wird wenig geheiratet. Dies zeigen die neuen Jahrbücher des Amtes für Statistik für die Region.

Thorsten Metzner

Berlin/PotsdamBerlin wächst und wächst, während die Bevölkerungszahl Brandenburgs weiter schrumpft, obwohl mittlerweile auch in der Mark so viele Kinder wie noch nie seit der Wiedervereinigung geboren werden. Das geht aus den Statistischen Jahrbüchern 2008 für beide Länder hervor, die am Donnerstag vom fusionierten Statistikamt vorgestellt wurden. Die Einwohnerzahl Berlins kletterte demnach auf den Rekordwert von 3,424 Millionen. Die Stadt verzeichnete 2007 erstmals seit Jahrzehnten mit 31 174 Neugeborenen (bei 30 900 Verstorbenen) wieder einen leichten Geburtenüberschuss (194). „Das ist eine kleine Sensation“, sagte Christiane Siegmund, Vizechefin der Behörde. Dagegen hat Brandenburg mit 2,535 Millionen Einwohnern einen Tiefstand seit 1990 erreicht. Die 18 589 Geburten im Jahr 2007 konnten die Zahl der Todesfälle von 26 666 nicht ausgleichen.

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist, dass es nach der amtlichen Statistik bei Paarungsverhalten, Lebensgewohnheiten und anderen Eigenheiten deutliche Unterschiede zwischen Großstädtern und Landbewohnern gibt. Dass der gemeine Brandenburger Mann mit 1,77 Metern einen Zentimeter kleiner ist als der Berliner, mag Schicksal sein. Beim Gewicht, das man anders als die Körpergröße selbst beeinflussen kann, bringt der Landmann mit 82,6 Kilogramm deutlich mehr als der Städter auf die Waage. Der wiegt nur 81,2 Kilo. Auf „starkes Übergewicht“, also ein deutliches Missverhältnis von Größe und Gewicht, kommen 15,8 Prozent der Männer in Brandenburg, aber „nur“ 12,4 Prozent in Berlin. Kleiner Trost für die Märker: In Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen sind die Männer dicker.

Brandenburgerinnen sind dicker

Zur Wahrheit gehört, dass es bei den Frauen genauso aussieht: Die Berlinerin ist danach zwar genauso klein wie die Brandenburgerin, nämlich 1,65 Meter. Aber die Landfrauen haben mit 68,5 Kilogramm mehr Speck auf den Rippen als die Berlinerinnen, die im Durchschnitt 66,3 Kilogramm wiegen. Dafür sind die Brandenburger heiratsfreudiger und in der Ehe auch ausdauernder als die Berliner. Wobei nicht untersucht ist, ob dies mit dem Mangel an Gelegenheiten in den Weiten des Landes zusammenhängt. Fest steht, dass 2007 in Brandenburg 11 430 Ehen geschlosen wurden, das sind 4,5 Hochzeiten auf tausend Einwohner. Scheidungen gab es zwei auf tausend Einwohner. In Berlin waren es nur 3,4 Eheschließungen (insgesamt 11 511) , aber 2,3 amtliche Trennungen.

Im Landkreis Oder-Spree gibt es die meisten Hochzeiten

Allerdings gab es Ausnahmen: die Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf mit 5,3 und Mitte mit 4,4 Hochzeiten je tausend Einwohnern. Aber auch innerhalb Brandenburgs gibt es ein Gefälle: Die meisten Ehen werden aus unbekannten Gründen in Oder-Spree geschlossen (5,7), gefolgt von der Uckermark (5,4). Dann kommen Potsdam (5,3) und Märkisch-Oderland (5,1). Die größten Ehe-Muffel sind die Cottbuser (2,7), die sich auch am schnellsten wieder scheiden lassen. Auf 100 Hochzeiten kommen in der Lausitzstadt statistisch 86 Trennungen. Die wenigsten Scheidungen gab es im Barnim (30).

Weitere Informationen: www.statistik-berlin-brandenburg.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar