Der Tagesspiegel : Neuer BSE-Fall: Tier offenbar schon vor Jahren infiziert

52 Rinder geschlachtet.Erreger könnte im Kalbfutter gewesen sein

Sandra Dassler

Prenzlau. Brandenburg hat seinen zehnten BSE-Fall: Ein Rind in der Uckermark, das am 10. November geschlachtet und routinemäßig untersucht wurde, war zweifelsfrei an der Seuche erkrankt. Das bestätigte der zuständige Amtstierarzt Achim Wendlandt gestern dem Tagesspiegel. „Für Menschen bestand aber zu keiner Zeit eine Gefahr“, sagte er. Zwar habe es sich bei dem Tier um eine Milchkuh gehandelt, BSE könne aber nach bisherigem Wissensstand nicht über Milch übertragen werden.

Bei dem erkrankten Tier handelte es sich um eine sechs Jahre alte Kuh, die wahrscheinlich bereits als Kalb mit BSE infiziert wurde. Vor sechs Jahren war es – so Amtstierarzt Wendlandt – zwar schon verboten, Tiermehl an Wiederkäuer zu verfüttern, es wurde aber noch dem so genannten Milchaustauscher zugesetzt, mit dem Kälber nach der Entwöhnung vom mütterlichen Euter ernährt werden. Deshalb mussten in den vergangenen Tagen weitere 52 Tiere geschlachtet werden, die im gleichen landwirtschaftlichen Betrieb standen und zwischen fünf und sieben Jahre alt waren. Zur Zeit wird geprüft, ob sie auch an BSE erkrankt waren. Die Untersuchungsergebnisse liegen erst in den nächsten Tagen vor. Seit mehr als drei Jahren darf Tiermehl auch nicht mehr für Kalbfutter verwendet werden. Außerdem ist inzwischen gesetzlich vorgeschrieben, bei allen Rindern, die älter als zwei Jahre sind, einen BSE-Test durchzuführen.

Brandenburg steht mit zehn BSE-Fällen an einer der hinteren Stellen der bundesweiten BSE-Statistik. In Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gab es weitaus mehr Erkrankungen, in Berlin bislang keinen einzigen Fall.

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