Neuruppin : Mann wegen Mordes an Geldboten verurteilt

Überfall auf einen Geldtransporter: Erst 14 Jahre nach dem tödlichen Raub ist einer der beiden Täter zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Eine DNA-Analyse überführte den Mann im vergangenen Jahr.

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Die Polizei 1994 bei der Spurensuche nach dem Überfall - erst 14 Jahre später konnte der Täter überführt werden. -Foto: dpa

NeuruppinDer 64-Jährige sei vom Landgericht Neuruppin wegen Mordes, versuchten Mordes und Raub mit Todesfolge schuldig gesprochen worden, teilte eine Gerichtssprecherin auf Anfrage mit. Das Gericht stellte außerdem eine besondere Schwere der Schuld fest, so dass die mögliche Entlassung des Mannes nach 15 Jahren Haft gesondert geprüft werden muss.

Dem Urteil zufolge überfiel der aus Bremen stammende Mann am 10. März 1994 mit einem bislang nicht identifizierten Mittäter vor dem Massa-Markt in Neuruppin zwei Mitarbeiter eines Geldtransport-Unternehmens und erbeutete dabei 300.000 Mark. Nach Angaben der Gerichtssprecherin schoss der bislang unbekannte Täter ohne Vorwarnung mit einer Maschinenpistole um sich. Ein Mitarbeiter eines Wachschutzunternehmens erlag knapp drei Wochen nach der Tat seinen schweren Verletzungen. Der Marktleiter wurde lebensgefährlich verletzt. Auf der Flucht mit einem Auto schoss der unbekannte Mann noch auf einen Funkstreifenwagen der Polizei, der mit drei Beamten besetzt war.

Nach Ansicht des Gerichts ist die Tat beiden Männern zuzurechnen. Sie hätten die Taten gemeinsam geplant und ausgeführt. Der Mittäter sei so zu behandeln, als hätte er selbst geschossen.

Der vielfach vorbestrafte Mann war im August vergangenen Jahres in Bremen verhaftet worden. Die Fahnder waren ihm durch eine DNA-Analyse auf die Spur gekommen. Der 64-Jährige bestritt die Tat bis zuletzt. (imo/ddp)

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