Neuwagenverkäufe : US-Autobauer verlieren Marktmacht

Die Autohersteller in den USA werden zunehmend von der Konkurrenz aus Fernost vom eigenen Markt verdrängt. Erstmals fällt ihr Anteil unter 50 Prozent. Schuld daran sind die hohen Benzinpreise und die Kreditkrise.

DetroitDie Autohersteller in den Vereinigten Staaten verlieren auf ihrem Heimatmarkt gegenüber der ausländischen Konkurrenz weiter an Boden. Der gemeinsame Marktanteil der drei führenden Hersteller General Motors, Ford und Chrysler rutschte im Juli zum ersten Mal unter die Marke von 50 Prozent, wie aus der Statistik des Brancheninformationsdienstes Autodata hervorgeht. Zusammen verbuchten die "großen Drei" der US-Branche noch 48,1 Prozent aller Neuwagenverkäufe, wobei General Motors mit 23,9 Prozent vorne lag. Hersteller aus Fernost kamen im Juli auf bereits 44,6 Prozent, davon allein Toyota auf 17,1 Prozent. Die Autobauer aus Europa verkauften 7,3 Prozent aller Neuwagen.

Hohe Spritpreise und die Krise am Immobilienmarkt schlugen sich für die gesamte Branche in niedrigeren Absatzzahlen nieder, allerdings litten darunter die drei großen US-Hersteller am meisten. So verkaufte Ford 19 Prozent weniger Autos als im gleichen Monat des Vorjahres, General Motors 18 Prozent und Chrysler acht Prozent weniger. Bei Toyota und Honda als die zwei wichtigsten japanischen Marken im US-Geschäft ging der Absatz dagegen nur um drei Prozent zurück. Die europäischen Marken stellten sich mit unterschiedlichen Erfolgen auf den schwachen Gesamtmarkt ein: BMW verkaufte 21 Prozent mehr, Mercedes-Benz dagegen 14 Prozent weniger, Volkswagen und Audi hielten in etwa die Verkaufszahlen. (mit AFP)