New York : Tausende protestieren gegen Ahmadinedschad

Irans Präsident Ahmadinedschad ist bei seinem USA-Besuch von wütenden Protestlern empfangen worden. Auch namhafte US-Politiker waren gegen eine Rede Ahmadinedschads an der Columbia-Universität Sturm gelaufen.

Ahmadinedschad
Dagegen: Vor dem UN-Hauptquartier sammeln sich Demonstranten. -Foto: AFP

New York/WashingtonDer Besuch des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad in New York hat Proteste und Demonstrationen ausgelöst. Bei seinem Auftritt an der Columbia-Universität wurde er mit Fragen zur Hinrichtung von Menschenrechtsaktivisten und Kindern in seinem Land sowie zur Unterdrückung von Frauen, Homosexuellen und Angehörigen anderer Glaubensrichtungen konfrontiert.

Den Vorwurf, dass Teheran Terroristen und Milizen im Nachbarland Irak mit Waffen ausstatte, hatte Ahmadinedschad schon zuvor bei einer Pressekonferenz zurückgewiesen. "Das stimmt nicht", beharrte er. Das US-Militär versuche mit dem Vorwurf nur, seine Niederlage im Irak zu vertuschen und die Schuld auf andere, vor allem auf Iran, abzuschieben.

Nach seiner Ankunft in New York protestierten in der Nähe des UN-Hauptquartiers und der Columbia-Universität tausende Demonstranten gegen den iranischen Präsidenten, der an diesem Dienstag auch bei der UN-Generaldebatte sprechen will. Gegen seine Einladung an die Columbia Universität waren US-Politiker, darunter auch Kandidaten für das Weiße Haus 2009, und religiöse Gruppen Sturm gelaufen.

"Die Zeit der Bombe ist vorbei"

Die "New York Post" forderte Ahmadinedschad auf ihrer Titelseite auf: "Geh zum Teufel". Mehrere Parlamentarier kritisierten, dass Ahmadinedschad überhaupt die Einreise in die USA erlaubt worden sei. Washington wirft Iran vor, entgegen den Auflagen des UN-Sicherheitsrates die Atombombe anzustreben. Empörung ausgelöst hatten Ahmadinedschads Verharmlosung des Holocaust und seine Drohungen gegen Israel.

Zu den Spannungen zwischen den USA und seinem Land meinte der Iraner in einem Fernsehinterview, dass er keinen bewaffneten Konflikt voraussehe. "Es zeichnet sich kein Krieg ab. Warum sollten wir Krieg führen?". Anderslautende Berichte kanzelte er als "psychologische Kriegsführung" ab. Ahmadinedschad verneinte außerdem Pläne seiner Regierung, nukleare Waffen entwickeln zu wollen. "Die Atombombe hat keinen Nutzen. Die Zeit der Bombe ist vorbei."