Nichtraucherschutz : Platzeck für Ausnahmen in Gaststätten

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck hegt Bedenken gegen ein umfassendes Rauchverbot in Gaststätten. Sein Kollege aus Sachsen-Anhalt, Wolfgang Böhmer, will das Verbot nur auf Speiselokale begrenzen.

Berlin/Potsdam - Platzeck (SPD) schlägt vor, dass Raucher zu später Stunde in bestimmten Ecken eines Lokals rauchen dürfen. Mit einer solchen Regelung wäre beiden Seiten gedient, sagte er der Zeitschrift "Super Illu". Nichtraucher könnten ihre Essen unbehelligt von Qualm einnehmen. Raucher hätten die Möglichkeit, sich zum Ausklang des Abends noch eine Zigarette anzuzünden.

Die Ministerpräsidenten der Länder wollen am 22. März eine Entscheidung über die zukünftigen Regelungen zum Nichtraucherschutz treffen. Platzeck hofft auf eine bundeseinheitliche Regelung. "Die Welt geht bei abweichenden Regelungen in einzelnen Ländern aber auch nicht unter." Der SPD-Politiker sprach sich zugleich für ein absolutes Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Krankenhäusern und Behörden aus.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) will das umstrittene Rauchverbot in Gaststätten hingegen ganz auf Speiselokale beschränken. "Bei den Kneipen muss es Beides geben: Kneipen für Raucher und Kneipen für Nichtraucher. Dann kann jeder auswählen, wo er hingehen will", sagte Böhmer dem Tagesspiegel. Er wandte sich damit gegen die Empfehlung einer Facharbeitsgruppe der Länder zum Nichtraucherschutz, wonach das Rauchen in allen Gaststätten nur noch in eigens dafür vorgesehenen Räumen zugelassen werden soll. (tso/ddp)

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