Niederlage gegen Valencia : Verpatztes Heimdebüt von Schalke

Der FC Schalke 04 hat sein erstes Heimspiel der diesjährigen Champions-League-Saison gegen Valencia mit 0:1 verloren. Ohne den auf die Tribüne verbannten Trainer Mirko Slomka blieben die Knappen blass gegen lebhaftere Spanier.

Heinz Büse,Carsten Lappe
Schalke Valencia
Im Luftduell: Schalkes Kuranyi und Valencias Helguera. -Foto: dpa

GelsenkirchenDer FC Schalke 04 hat auch im dritten Anlauf den Start in die Champions League gründlich verpatzt. Nach der 0:1 (0:0)-Heimschlappe gegen den FC Valencia steht der deutsche Vizemeister bereits nach dem ersten Gruppenspiel mit dem Rücken zur Wand. Vor 53.951 Zuschauern in der ausverkauften Arena AufSchalke erzielte David Villa (63. Minute) den einzigen Treffer in einer insgesamt mäßigen Partie. Damit droht dem über weite Strecken mut- und ratlosen Revierclub angesichts der weiteren starken Gruppengegner FC Chelsea und Rosenborg Trondheim wie bei seinen bisherigen Teilnahmen in der Königsklasse 2001 und 2005 das Aus bereits nach der Vorrunde.

"Wir haben am Anfang viel Druck gemacht und hätten in Führung gehen können. Die haben aus ihrer einzigen guten Chance das Tor gemacht", sagte Schalkes Nationalstürmer Kevin Kuranyi. Der erneut nur auf der Bank sitzende deutsche Valencia-Torwart Timo Hildebrand meinte: "Wir sind nur schwer ins Spiel gekommen, doch dann haben wir uns gefangen und unsere Chance ausgenutzt."

Ohne die direkte Unterstützung von Trainer Mirko Slomka, der ausgerechnet in seinem ersten Champions-League-Duell als Chefcoach auf der Tribüne eine Sperre aus dem letzten internationalen Auftritt des Revierclubs am 28. September 2006 beim AS Nancy absaß, begannen die Gastgeber zurückhaltend und vorsichtig im Spielaufbau. Drei Tage nach der gelungenen Generalprobe im Bundesliga-Spiel beim FC Bayern München (1:1) erarbeitete sich der deutsche Vizemeister zwar leichte Feldvorteile, aber gegen die dicht gestaffelte Abwehr des UEFA-Cup-Siegers von 2004 gab es kaum ein Durchkommen.

Torchancen erst ab der 30. Minute

Erst nach einer von Taktik geprägten und sicherheitsorientierten Anfangsphase wurde das Spiel offener und lebhafter. Schalkes Nationalstürmer Kevin Kuranyi eröffnete den Reigen der Torchancen. Doch sowohl sein Kopfball (30.) als auch seine Direktabnahme aus zehn Metern (31.) verfehlten knapp das Tor von Santiago Canizares. Der 37-Jährige hatte trotz seines schweren Patzers im Ligaspiel am Wochenende gegen Real Valladolid erneut den Vorzug vor dem ehemaligen Stuttgarter Timo Hildebrand erhalten. Seine Vorderleute kamen erstmals durch Fernando Morientes (34.), Villa (36.) und Carlos Marchena (43.) gefährlich vor das Tor von Manuel Neuer.

Bei den Schalkern, die in ihrem 94. Europacup-Spiel ohne Lewan Kobiaschwili, Mladen Krstajic und Gustavo Varela auskommen mussten, fehlte es an Kreativität und Tempo. Der nach dem Bayern-Spiel hochgelobte Jungstar Ivan Rakitic vermochte keine Akzente zu setzen.

Canizares mit Aussetzern

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild nur wenig. Für den größten Unterhaltungswert sorgte noch der frühere spanische Nationalkeeper Canizares, der das eine oder andere Mal spektakulär am Ball vorbeigriff - ohne dass dies jedoch die Schalker ausnutzen konnten. Mit der ersten Torgelegenheit der Gäste fiel dann allerdings prompt der Führungstreffer. Nach einem Konter schüttelte Villa Schalkes Abwehrspieler Heiko Westermann ab und ließ auch den 21 Jahre alten Neuer nicht gut aussehen, der beim Herauslaufen leicht zögerte.

Beim FC Schalke war auch nach dem 0:1 kein echter Wille erkennbar, das Spiel noch zu drehen. Lediglich Westermann hatte Pech mit einem Kopfball, der am Tor vorbeistrich (81.). Zu Beginn der Nachspielzeit vergab Peter Lövenkrands aus kurzer Distanz den möglichen Ausgleich. Den Spaniern reichte am Ende eine durchschnittliche Leistung, um das Ergebnis nach Hause zu bringen. (mit dpa)