Niedersachsen : Tausende demonstrieren gegen Rechts

Mehrere tausend Menschen demonstrieren in Hannover gegen den Wahlkampfauftakt der NPD. Am Rande der Kundgebung sprach sich Bundesumweltminister Gabriel für ein NPD-Verbotsverfahren aus.

HannoverNach einem Aufruf des DGB hatte sich unter dem Motto "bunt statt braun" ein breites Bündnis formiert. Die Veranstalter sprachen von 5000 Teilnehmern an der Aktion auf dem Opernplatz, die Polizei in einer ersten Einschätzung von etwa 3500.

Im Anschluss an die Kundgebung zogen die Teilnehmer durch die Stadt zum Versammlungsort der NPD. Die Polizei war mit mehr als 2000 Beamten im Einsatz. Zwischenfälle gab es zunächst nicht. Ein Polizeisprecher sprach von einem friedlichen Verlauf.

Verbotsverfahren gefordert

Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) forderte wie auf der Kundgebung ein Verbot der NPD. Es sei unerträglich, dass die Hasstiraden dieser Partei mit Steuermitteln finanziert würden. Er forderte: "Nazis raus aus Hannover." Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) pflichtet ihm bei. Er sei davon überzeugt, dass es einen erneuten Vorstoß für ein NPD-Verbot geben müsse. Eine solche Partei habe in diesem Land nichts verloren. Deren Anhängern dürfe kein Millimeter Platz gegeben werden.

Auch Landesbischöfin Margot Käßmann äußerte Unverständnis darüber, dass die NPD nicht verboten werde. Sie schäme sich für die Fälle von Fremdenhass und die Verbreitung rechtsextremistischen Gedankenguts. Alle Menschen seien gleich. Es gebe keine Herrenrasse und keine privilegierten Menschen, sagte die Landesbischöfin.

Ähnlich äußerte sich Landtagspräsident Jürgen Gansäuer (CDU). Es sei nicht hinzunehmen, dass Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder Religion durch die Straßen gejagt würden. Die Giftsaat des Antisemitismus und der Fremdenfeindlichkeit dürfe nicht wieder aufgehen. (mit ddp)