Nordkorea : Führung erklärt Verträge mit Seoul für nichtig

Vor dem Hintergrund erhöhter Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hat Nordkorea einseitig alle Verträge mit Südkorea über einen gemeinsamen Industriepark für nichtig erklärt.

Seoul/PjöngjangZugleich kündigte Nordkorea über die staatlich kontrollierten Medien des Landes an, eigene Regelungen für Löhne, Besteuerung und Pachtgebühren in dem von Südkorea finanzierten Gewerbekomplex in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong aufzustellen. Sollten die südkoreanischen Unternehmen die neuen Vertragsbedingungen nicht akzeptieren, könnten sie die Stadt verlassen. Südkorea kritisierte die Aufkündigung der Verträge als unannehmbar.

Die Erklärung Nordkoreas folgte auf ein ergebnisloses Tauziehen beider Länder um eine Tagesordnung für neue Gespräche, in denen es um den Industriepark gehen sollte. Seoul hatte bekräftigt, auch über die Freilassung eines Südkoreaners reden zu wollen, der von Nordkorea in Kaesong festgehalten wird. Ihm wird vorgeworfen, das politische System des kommunistischen Nachbarlandes kritisiert zu haben.

Der Industriepark war das letzte gemeinsame Wirtschaftsprojekt beider Länder. Die Beziehungen haben sich seit dem Antritt einer konservativen Regierung 2008 in Seoul verschlechtert, da diese eine härtere Haltung gegenüber Pjöngjang im Norden einnimmt. (cl/dpa)