Nordpol-Streit : Dänen beanspruchen Arktis

Erst Russland, dann Kanada, nun Dänemark: Kopenhagen schickt eine Expedition zum Nordpol, um sich ein Stück am Arktis-Kuchen sichern. Dort werden riesige Bodenschätze vermutet.

KopenhagenMit einer Schiffsexpedition will Dänemark seine Territorialansprüche am Nordpol untermauern. Der Eisbrecher "Odeon" soll am Sonntag vom nordnorwegischen Tromsø aus in See stechen und einen Monat lang als Basis zum Einsammeln wissenschaftlicher Daten in der Polregion dienen. Mit ihnen will das skandinavische Land beweisen, dass unterseeische Gebirge am Nordpol mit der zu Dänemark gehörenden Polarinsel Grönland verbunden sind.

Die bereits seit Längerem geplante Expedition beginnt eine Woche, nachdem russische Wissenschaftler von einem Mini-U-Boot aus die eigene Landesflagge zur Untermauerung von Moskauer Ansprüchen in gut 4000 Meter Tiefe unter dem Pol errichtet hatten. Wenige Tage später hatte der kanadische Ministerpräsident Stephen Harper auf einer "Arktis-Souveränitätstour" erklärt, sein Land sei "rechtmäßiger Wächter" des Poles.

Die drei Länder sowie die USA und Norwegen sind stark an der möglichst weitreichenden Zuweisung von Wirtschaftszonen rund um den Pol interessiert, weil hier gigantische Bodenschätze vermutet werden. Alle Ansprüche müssen dem UN-Komitee für internationales Seerecht vorgelegt werden. Dessen Entscheidung über die von mehreren Ländern beanspruchten Polargebiete wird nicht vor 2014 erwartet. (mit dpa)