Der Tagesspiegel : NPD-Frau leitet Sitzung des Kreistags Uckermark: Irmgard Hack ist Alterspräsidentin

Peter Huth

Prenzlau - Wenn sich am heutigen Dienstag der Kreistag der Uckermark konstituiert, werden dort erstmals auch zwei Abgeordnete der rechtsextremistischen NPD sitzen. Und die 72-jährige NPD-Vertreterin Irmgard Hack wird die Sitzung sogar als Alterpräsidentin eröffnen und bis zur Wahl des oder der neuen Vorsitzenden leiten. Sollte Hack aber die Eröffnung zu Propagandazwecken nutzen wollen, will zumindest die CDU-Fraktion den Kreistagssaal verlassen. So jedenfalls hat es deren Fraktionsvorsitzender Henryk Wichmann angekündigt.

Der bisherige Vorsitzende des Kreistages und ehemalige Bildungsminister Brandenburgs, Roland Resch (parteilos), wiederum drohte Hack an, von seinem Recht als Hausherr Gebrauch zu machen und auf Einhaltung der Geschäftsordnung zu bestehen, sollte sie vom vorgebenen Prozedere abweichen. „Es geht um die Einhaltung demokratischer Spielregeln. Und dafür sorge ich“, sagte Resch. Doch inwieweit er noch eingreifen könnte, ist rechtlich umstritten. Mit der Übergabe der Sitzungsleitung an Hack übergibt Resch auch sein Hausrecht an sie. Da hilft auch die Geschäftsordnung nicht unbedingt weiter.

Hack hatte bei der Wahl am 28. September mit 2278 Stimmen das achtbeste Einzelergebnis von allen Kreistags-Kandidaten erhalten und mehr als ein Drittel aller NPD-Stimmen auf sich vereint. Die gelernte Krankenschwester lebt seit 1978 in der Uckermark. Seit 1993 ist sie in der NPD. In ihrem Wahlkampf profitierte sie von ihrem früheren Beruf als Gemeindeschwester, da sie viele Leute von damals noch persönlich kannte.

Das Bürgerbündnis „Tolerantes Uckermark“ und der Arbeitskreis beim Integrationsbeauftragten der Uckermark haben für heute 13 Uhr zu einer Demonstration gegen Rechtsextremismus vor dem Kreistagsgebäude aufgerufen. Peter Huth

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