Der Tagesspiegel : Oberammergau an der Oder

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P assionsszenen vom Heiligen Grab sind erstmals seit 140 Jahren wieder öffentlich ausgestellt, im Neuzeller ZisterzienserKloster bei Eisenhüttenstadt. Die Abbildungen erinnern an die Passionsspiele von Oberammergau. Doch hier ist, abgesehen von Stiftungsmitarbeiter Peter Wolf, der sich das Kunstwerk ansieht, nichts aus Fleisch und Blut, sondern aus Holz und Leinwand. „Der Judaskuss“ wird bis zum 15. Dezember im Refektorium des einstigen Klosters gezeigt, wie die Stiftung Stift Neuzelle ankündigte. Die barocken Teile waren zuvor im Landesamt für Denkmalpflege Wünsdorf restauriert worden. Die um 1750 entstandene barocke Passionsdarstellung gilt wegen ihrer Größe, Vollständigkeit und künstlerischen Qualität als einmalig in Europa. Die gesamte Sammlung besteht aus 123 bemalten, bis zu sechs Meter hohen Holztafeln und Leinwänden, die als Bühnendekoration dienten. Zudem sind 109 lebensgroße Figuren und Gruppen aus Holz erhalten geblieben. Damit wurde früher in der Karwoche der Leidensweg Jesu in 15 Szenen nachgestellt. Vermutlich waren die Teile zum letzten Mal 1866 in der barocken Neuzeller Stiftskirche aufgebaut worden. Die 1997 gesicherten Stücke werden seit 2001 vom Landesamt für Denkmalpflege restauriert. Geschaffen wurden die Einzelteile des „Heiligen Grabs“ von Joseph Felix Seyfried aus Böhmen und seinen Mitarbeitern. Die Zisterzienser stellten die Passionsszenen während der Karwoche auf. In der katholischen Enklave Neuzelle wollte man so die von weither angereisten Wallfahrer auf das Osterfest vorbereiten. Die Ausstellung im Kloster ist werktags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, an Wochenenden von 11 bis 17 Uhr. Eventuell wird sie einmal dauerhaft gezeigt.Text: Tsp/Foto: Patrick Pleul, dpa

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