Öffentliche Haushalte : 17.975 Euro Schulden pro Einwohner

Trotz guter Konjunktur haben die Schulden von Bund, Ländern und Gemeinden im vergangenen Jahr einen Höchststand erreicht. Die öffentlichen Haushalte stehen mit 1480,6 Milliarden Euro in der Kreide.

WiesbadenTrotz guter Konjunktur haben die Schulden von Bund, Ländern und Gemeinden im vergangenen Jahr einen Höchststand erreicht. Mit 1480,6 Milliarden Euro waren die öffentlichen Haushalte in Deutschland zum Jahresende 2006 am Kreditmarkt verschuldet. Dies entspricht nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden einer Schuldenlast von 17.975 Euro je Einwohner. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um 2,6 Prozent oder 481 Euro je Bundesbürger.

Das Bundesamt bestätigte damit vorläufige Zahlen, die bereits im Februar veröffentlicht worden waren. Den größten Anteil an der Pro-Kopf-Verschuldung hatten der Bund und seine Sondervermögen mit 11.128 Euro, gefolgt von den Ländern mit 5821 Euro. Die Schulden von Gemeinden und kommunalen Zweckverbänden betrugen 1104 Euro je Einwohner.

Die Pro-Kopf-Werte der regional zurechenbaren öffentlichen Schulden schwankten 2006 stark zwischen den einzelnen Bundesländern. Die Spanne reichte von 3070 Euro in Bayern bis zu 9262 Euro im Saarland. Die Pro-Kopf-Werte der Stadtstaaten lagen weiterhin deutlich über denen der Flächenländer. Hier hatte der kleinste Stadtstaat Bremen mit 20.149 Euro den höchsten Schuldenstand pro Kopf, gefolgt von Berlin mit 17.354 Euro und Hamburg mit 12.367 Euro.

Nicht enthalten sind in den genannten Schuldenbeträgen Kassenkredite, die zur Deckung von kurzfristigen Finanzierungsengpässen aufgenommen wurden. Sie betrugen 47,5 Milliarden Euro beziehungsweise 577 Euro je Einwohner. (mit dpa)