Öffentlicher Dienst : Verdi-Chef droht mit sehr harter Auseinandersetzung

Verdi-Chef Frank Bsirske hat mit der härtesten Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst seit Jahrzehnten gedroht. Auch die Beschäftigten im öffentlichen Dienst wollten vom Aufschwung profitieren, sagte Bsirske.

Berlin"Wenn die Arbeitgeber nicht einlenken, gehen wir einer harten Tarifrunde entgegen - womöglich der härtesten, die wir in den vergangenen zwei Jahrzehnten erlebt haben", sagte Bsirske der "Frankfurter Rundschau". Den Arbeitgebern warf er vor, trotz "deutlich verbesserter Finanzlage und höherer Steuereinnahmen" die Konfrontation zu schüren. "Es deutet einiges darauf hin, dass die Arbeitgeber auf Konfliktkurs einschwenken", hob Bsirske hervor. "Nach drei Jahren Reallohneinbußen erwarten auch die Beschäftigten im öffentlichen Dienst nachhaltige, lineare Lohnerhöhungen."

Der Verdi-Chef kritisierte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): "Viele Menschen spüren, dass der Aufschwung an ihnen vorbeigeht." Merkel hatte bei der Kabinettsklausur in Meseberg gesagt, alle Menschen müssten am Aufschwung teilhaben. "Frau Merkel macht an dieser Stelle geschickte Propaganda, aber es bleibt bislang bei der Rhetorik", sagte Bsirske. "Wenn Frau Merkel ihren Worten Taten folgen lassen wollte, dann könnte sie einem gesetzlichen Mindestlohn oder dem Prinzip der gleichen Bezahlung von Leiharbeitskräften und Stammbelegschaft zustimmen." Sonst drohe dies "der erste Aufschwung in der jüngeren deutschen Geschichte zu werden, der mit einer zunehmenden Polarisierung in der Gesellschaft einhergeht." (mit AFP)