Ölpreis-Krisengipfel : Saudi-Arabien will Ölproduktion erhöhen

Im saudi-arabischen Dschidda wollen sich Ölkonzerne sowie Vertreter erdölexportierender und -importierender Staaten auf Maßnahmen gegen steigende Ölpreise einigen. Den ersten Vorschlag macht Gastgeber Saudi-Arabien: Der weltgrößte Öllieferant hat angekündigt, seine Fördermenge zu steigern.

Riad Die USA haben vor Beginn des Öl-Krisengipfels in Saudi-Arabien eine Steigerung der Produktion als Patentrezept gegen den hohen Ölpreis gepriesen. US-Energieminister Samuel Bodman sagte am Vorabend des Treffens, das am Sonntagnachmittag in der Stadt Dschidda beginnt: "Die Marktdaten zeigen uns, dass die Produktion nicht mit der wachsenden Nachfrage Schritt gehalten hat, was zu höheren und einer immer instabileren Preisen geführt hat." Die Öl-Produzenten geben die Schuld an den enormen Preissteigerungen der jüngsten Vergangenheit dagegen vor allem Spekulanten, die auf eine Verknappung des Öls in der Zukunft setzen.

Saudi-Arabien erhöht Fördermenge

Saudi-Arabien hat seine Erdölförderung bereits deutlich ausgeweitet. Im Mai wurde die Produktion um 300.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag gesteigert. Eine weitere Steigerung um 200.000 Barrel wird für Juli erwartet. Das Königreich, das über die weltgrößten Ölreserven verfügt, hat die Erdölförderung in den vergangenen Monaten von neun Millionen auf inzwischen 9,7 Millionen Barrel pro Tag hochgefahren, sagte der saudiarabische König Abdallah am Sonntag zur Eröffnung der Ölpreiskonferenz in Dschiddah.

Dennoch schließt er eine zusätzliche Steigerung der Produktion noch in diesem Jahr nicht kategorisch aus. "Wenn die Nachfrage nach Rohöl steigt, dann werden wir es verkaufen", sagte der stellvertretende Ölminister, Prinz Abdulasis bin Salman, schon vor Beginn der Konferenz, an der Vertreter von 36 Staaten teilnehmen. "Wir erklären uns bereit, auch weiterem Bedarf nachzukommen", fügte König Abdallah später hinzu.

Unterstützung für Entwicklungsländer

Saudi-Arabien wird nach den Worten Aballahs zudem eine Milliarde Dollar in einen Fonds der Organisation Erdölexportierender Länder (OPEC) einzahlen, aus dem Entwicklungsländer unterstützt werden. "Wir sind um die Verbraucher in allen Ländern sehr besorgt", betonte Abdallah.

Unterstützung erhielt das Land von Kuwait, traditionell ein enger Verbündeter des Königsreichs und der USA. Sein Land werde "nicht zögern", die Produktion zu erhöhen, falls die Märkte dies verlangten, sagte der kuwaitische Ölminister Mohammed el Olaim.

Nächstes Opec-Treffen im September

Kritik an Saudi-Arabien übte Opec-Chef Tschakib Chelil, der eine Erhöhung der weltweiten Ölförderung ablehnte. Die auf den Märkten gezahlten Preise hätten absolut nichts mit dem Angebot und der Nachfrage zu tun, sagte er vor Beginn der Ölpreiskonferenz in Dschiddah. "Wir glauben, dass der Markt im Gleichgewicht ist. Es ist kein Problem des Angebots" von Öl, hob er hervor.

Ein Sondertreffen der Opec-Staaten lehnte Chelil, der auch algerischer Ölminister ist, ab. Das nächste reguläre Treffen finde im September statt, erst dann solle erneut über die Fördermenge des Erdölkartells beraten werden, forderte er. (iba/dpa/AFP)