Österreich : Ex-Präsident Waldheim ist tot

Der frühere österreichische Bundespräsident und ehemalige UN-Generalsekretär Kurt Waldheim ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Er erlag einem Herz-Kreislauf-Versagen.

Kurt Waldheim:
Kurt Waldheim: Der umstrittene ehemalige österreichische Präsident.Foto: AFP

WienDer frühere UN-Generalsekretär und österreichische Ex-Bundespräsident Kurt Waldheim ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Waldheim, der wegen seiner nationalsozialistischen Vergangenheit im In- und Ausland umstritten war, erlag nach Angaben seiner Familie einem Herz-Kreislauf-Versagen. Waldheim war von 1972 bis 1981 UN-Generalsekretär und von 1986 bis 1992 österreichisches Staatsoberhaupt.

Der greise Ex-Politiker, dessen Wahl zum Präsidenten zu einer jahrelangen Isolation Österreichs führte, war Ende Mai wegen eines fiebrigen Infekts auf die Intensivstation eines Wiener Krankenhauses gebracht worden, durfte jedoch vor wenigen Tagen in seine Wohnung zurückkehren. Dort starb er am Mittag im Kreise seiner Familie.

Der Tod des Politikers löste in Österreich unterschiedliche Reaktionen aus. Der konservative Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel würdigte ihn als "einen großen Kämpfer für den Frieden und die Freiheit in der Welt", der viel zum Prestige Österreichs beigetragen habe. Waldheim sei wegen seiner Vergangenheit im Nationalsozialismus "in ungerechtfertigter Weise in die Nähe von Kriegsverbrechern" gerückt worden.

Der Vorsitzende der Grünen, Alexander van der Bellen, würdigte Kurt Waldheim dagegen zwar "einerseits (als) einen der erfolgreichsten Diplomaten Österreichs", der aber andererseits "Fragen zu seiner Rolle und Tätigkeit während der Nazizeit nicht ausreichend beantworten konnte oder wollte". Damit habe Waldheim die "längst notwendige Debatte über die Beteiligung von Österreichern an den Verbrechen des Nationalsozialismus und dem Holocaust ausgelöst."

Der Chef der rechten "Freiheitlichen Partei" FPÖ, Heinz-Christian Strache, meinte, Waldheim habe während seiner Kandidatur und als Bundespräsident "schwer unter der gegen ihn angezettelten Kampagne" gelitten, "mit der man versucht hat, eine ganze Generation zu diffamieren". (mit dpa)