Österreich : Richter entlässt Islamisten

Ein Wiener Haftrichter hat einen der drei Islamisten auf freien Fuß gesetzt, die am Mittwoch wegen ihrer Kontakte zur Terrororganisation Al Qaida festgenommen wurden. Für eine Untersuchungshaft reichten die Verdachtsmomente nicht aus.

WienDas Trio soll versucht haben, Deutschland und Österreich im März dieses Jahres über ein im Internet verbreitetes Droh-Video zum Rückzug aus Afghanistan zu zwingen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur APA bleiben der 22-jährige Hauptverdächtige und seine 20-jährige Ehefrau, beide österreichische Staatsbürger arabischer Herkunft, bis auf weiteres in Haft. Das Paar muss sich, so ein Sprecher des Landesgerichtes Wien, wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verantworten. Die Höchststrafe für dieses Vergehen liegt in Österreich bei zehn Jahren Haft.

Außerdem wird dem Hauptverdächtigen noch die Nötigung der österreichischen Bundesregierung vorgeworfen. Nach Medienberichten soll der Vater des Hauptverdächtigen längere Zeit als Prediger in einer Wiener Moschee aktiv gewesen und dabei durch radikale Predigten aufgefallen sein.

Richter: Nichts mit Entführung zu tun

Allerdings habe sich inzwischen der Verdacht nicht bestätigt, dass die Wiener Islamisten mit einer terroristischen Gruppe im Irak in Kontakt standen, die für die Entführung von zwei Deutschen - Mutter und Sohn - verantwortlich sein sollen. Auch dass die Verdächtigen "Terror-Camps" absolviert hätten, wollte Innenministeriums-Sprecher Rudolf Gollia nicht bestätigen.

Unterdessen haben die kanadischen Behörden die Untersuchungshaft für einen 35-jährigen aus Marokko stammenden Islamisten verlängert, der über das Internet enge Kontakte zu den Wiener Extremisten hielt. Der Mann war in dieser Woche wegen seiner Kontakte nach Wien in der Nähe von Montreal festgenommen worden. (mit dpa)