Olympia 2018 : München rührt Werbetrommel

In München bemüht man sich derzeit, das Wohlwollen der Sommersportverbände für eine Olympia-Bewerbung 2018 zu erhalten. Bei einem eindeutigen Votum sei das ein überzeugendes Zeichen an die Konkurrenz, so Olympia-Koordinator Spronk.

Christian Kunz[dpa]
München
Spektakel mit Werbewirkung: München bemüht sich um eine Bewerbung des gesamten deutschen Sports. -Foto: dpa

MünchenMit Ski-Stunts im Herzen der Stadt hat München auf dem Weg zum Olympia-Kandidaten für 2018 Werbung in eigener Sache gemacht. Einen Monat vor der entscheidenden Abstimmung durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) hofft die bayerische Landeshauptstadt auf Rückenwind aller Verbände. "Wenn in Hamburg mit überzeugender Mehrheit für eine Münchner Bewerbung entschieden würde, wäre das sicher ein Signal, das auch im Ausland und bei möglichen Mitbewerbern wahrgenommen würde", sagte Münchens Olympia-Koordinator Wilfrid Spronk. "Das wäre ein gutes Zeichen, dass eine Bewerbung vom gesamten deutschen Sport getragen wird." Für die Winterspiele 2018 hat neben München das 2010 und 2014 gescheiterte Pyeongchang (Südkorea) seine Absicht erklärt.

Ehemalige und aktuelle Wintersportgrößen wie Markus Wasmeier, Heidi Biebl, Felix Neureuther oder Maria Riesch rührten beim farbenfrohen Lichterspiel auf echtem Schnee vor der Staatsoper und ein paar Tausend Zuschauern die Werbetrommel für das engagierte Vorhaben. Peter Schlickenrieder, Vizepräsident des Bayerischen Skiverbandes (BSV), warnte aber gleichzeitig davor, das zu erwartende Votum des DOSB am 8. Dezember in Hamburg als Selbstläufer zu begreifen.

Überzeugungsarbeit bei Sommersportverbänden

"Eine reine Formsache ist das sicher nicht, weil die Schwergewichte im deutschen Sport die Sommersportverbände sind", sagte der frühere Langläufer in der Sendung "Blickpunkt Sport" im Bayerischen Fernsehen. "Die große Aufgabe ist jetzt, die Sommersportverbände zu überzeugen, dass wir Olympische Winterspiele nach Deutschland holen wollen." Auch Spronk warnte. "Es wäre gröbste Fahrlässigkeit, wenn wir nach Hamburg reisen und sagen 'Hurra, da sind wir'. Wir gehen die Sache sehr intensiv an."

Von internationalen Sportfachverbänden - wie beispielsweise vom Weltskiverband Fis - oder vom DOSB-Präsidium gab es schon positive Vornoten für das Münchner Projekt, das ein kompaktes Konzept mit München als Eis-Zentrum sowie Garmisch-Partenkirchen für den Schneesport und Königssee für Bob, Rodeln und Skeleton vorsieht. Die Sportler, wenngleich sie nicht einmal wissen, ob sie dann noch aktiv sind, freuen sich jedenfalls schon jetzt. "Olympia 2018 in München wäre ein absoluter Traum für mich als Karriereende", sagte der 23 Jahre alte Skirennfahrer Felix Neureuther, der aber erst einmal auf die Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen setzt. "Ich glaube schon, dass wir mit 2011 eine Zeichen für 2018 setzen können, wenn alle sehen, wie perfekt alles organisiert ist."

Gleich mehrere Wintersportgrößen zeigten sich beim einige hunderttausend Euro teuren und durch Sponsoren finanzierten Event den Zuschauern. Doch welches prominente Gesicht eine mögliche Münchner Olympia-Bewerbung schmücken wird, ist noch lange nicht entschieden. "Genauso, wie es wichtig ist, in Hamburg eine einstimmige Unterstützung zu bekommen, ist es wichtig, dass der Sport geschlossen hinter einem Gesicht für die Olympia-Bewerbung steht", sagte Spronk, der den olympischen Beckenbauer erst dann ins Rennen schicken möchte, wenn der Start gegen die internationale Konkurrenz feststeht.