Olympia : IOC will keinen internationalen Fackellauf mehr

Fackelläufe vor Olympischen Spielen werden künftig nicht mehr länderübergreifend sein. Das IOC entschied, dass das Feuer nur noch durch das Gastgeberland getragen werden darf. Während Winter-Olympia 2010 und Sommer-Olympia 2012 soll bereits darauf verzichtet werden.

Olympisches Feuer
Am Olympischen Feuer soll sich kein weltweiter Protest mehr entzünden können. -Foto: dpa

DenverDie olympische Flamme geht nicht mehr um die Welt. Nach den teilweise gewalttätigen Ausschreitungen vor den Peking-Spielen 2008 hat das IOC den internationalen Teil des olympischen Fackellaufs wieder abgeschafft. In Zukunft darf der Fackellauf nur noch durch das jeweilige Gastgeberland der Spiele führen, entschied die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am Donnerstag in Denver.

"Es ist besser, den Fackellauf auf das Gastgeberland zu beschränken. Das macht es für die Organisatoren und die Regierung einfacher, alles zu kontrollieren", sagte Gilbert Felli, für Olympische Spiele zuständiger Direktor beim IOC, am Donnerstag (Ortszeit) nach dem zweiten Sitzungstag der IOC-Exekutive.

Vancouver und London verzichten

Die Organisatoren der Winterspiele 2010 in Vancouver und der Sommerspiele 2012 in London hatten nach den negativen Erfahrungen der chinesischen Olympia-Macher ohnehin auf eine Welttour der Fackel verzichtet. Vor den Peking-Spielen war es vor allem bei den Etappen in Paris, London und San Francisco aus Protest gegen Chinas Tibet- Politik zu Ausschreitungen gekommen.

Am 6. April 2008 wurde der Lauf in London von Anti-China-Protesten begleitet. Mehr als 1000 Demonstranten sorgten damals für chaotische Szenen, mindestens 35 wurden festgenommen. Einen Tag später gerieten in Paris Demonstranten und Polizisten heftig aneinander; die Veranstalter verkürzten den Lauf von 28 auf etwa 20 Kilometer. Auch eine Feier vor dem Pariser Rathaus wurde gestrichen. Am 9. April wurde der Fackellauf durch San Francisco aus Angst vor massiven Protesten in letzter Minute umgeleitet.

Auch bei den folgenden Stationen konnten Zwischenfälle nur dank größter Sicherheitsvorkehrungen verhindert werden. "Wir haben bei der Nachbesprechung der Peking-Spiele gesehen, dass es bei einer internationalen Tour Risiken gibt", sagte Felli. Vor den Spielen 2004 in Athen hatte das IOC erstmals auch Fackellauf-Stationen außerhalb Griechenlands erlaubt. (sgo/dpa)