Olympische Spiele : IOC vergibt Fernsehrechte an Sportfive

Das Internationale Olympische Komitee hat eine neue Medien-Ära eingeläutet. Erstmals vergab das IOC die olympischen Fernsehrechte in Europa an eine Agentur und nicht an die Europäische Rundfunk Union.

Lausanne/HamburgDie Firma Sportfive erhielt am Mittwoch den Zuschlag für die Winterspiele 2014 in Sotschi/Russland und für die noch nicht vergebenen Sommerspiele 2016. Der Austragungsort wird von der IOC-Vollversammlung im Oktober 2009 in Kopenhagen gekürt. Der Vertrag umfasst umfangreiche Medienrechte in 40 europäischen Ländern. Nicht betroffen sind die großen Länder wie Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien. Hier sollen die Olympia-Rechte auf direktem Weg - in separaten Verhandlungen mit TV-Sendern - verkauft werden.

Sportfive hatte sich bisher vorrangig im Fußball engagiert; unter anderem vermarktete die Agentur die EM-Endrunde 2008 in der Schweiz und Österreich. "Wir sind sehr froh über den Zuschlag und werden in den einzelnen Ländern mit diversen Medienanbietern verhandeln. Unser Ziel ist es, dass möglichst viele Menschen die Olympischen Spiele sehen können", sagte Sportfive-Sprecherin Caroline Götz am Mittwoch. "Dieses Abkommen leitet eine spannende neue Ära bei der Übertragung der Olympischen Spiele ein", betonte IOC-Präsident Jacques Rogge am Mittwoch in einer Pressemitteilung. Das IOC werde dafür sorgen, dass so viele Menschen wie möglich Zugang zu den bestmöglichen Olympia-Übertragungen in den Medien haben.

Der Belgier dankte ausdrücklich der EBU für ihre "harte Arbeit" und ihr Engagement über viele Jahre. Diese Partnerschaft werde auch bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver (Winter) und 2012 in London (Sommer) zum Tragen kommen. Auch IOC-Vizepräsident Thomas Bach begrüßte die Vereinbarung mit Sportfive. "Dieses Abkommen sichert den Olympia-Fans in ganz Europa eine größtmögliche Auswahl bei der Entscheidung, wie sie die Olympischen Spiele auf einer Vielzahl von Plattformen verfolgen wollen", sagte der Tauberbischofsheimer Wirtschaftsanwalt. Er hatte die Verhandlungen für das IOC geleitet. Das Abkommen sichere dem IOC darüber hinaus "beträchtliche Einkünfte", die der olympischen Bewegung, darunter den internationalen Sportverbänden, den NOKs der Länder und den Organisations-Komitees Olympischer Spiele zugutekommen werden. (sg/dpa)