Opec-Treffen : Weitere Preissteigerung befürchtet

Trotz der Preiserhöhung der letzten Tage ist eine signifikante Erhöhung der Fördermenge durch die Opec-Staaten unwahrscheinlich. Diese führen die Preise auf die unruhigen Märkte zurück. Analysten blicken auf das Jahresende.

WienDer amtierende Opec-Präsident Mohammed al Hamli hat erneut die Verantwortung seiner Organisation für die zurzeit Rekord-nahen Rohölpreise zurückgewiesen. Zum Auftakt der 145. Konferenz der Opec-Ölminister sagte al Hamli in Wien, seine Organisation sei sich der Probleme bewusst, die die hohen Preise mit sich brächten. Die "Unberechenbarkeit" des internationalen Ölmarktes sei jedoch "ohne jeden Zweifel" nicht ein Ergebnis einer Rohölknappheit.

"Der Markt ist gut versorgt, die Lagerbestände befinden sich auf einem gesunden Niveau und die Förderreserven haben sich verbessert", betonte der Minister. Al Hamli gab keinerlei Hinweise, ob die anwesenden Minister bei der regulären Tagung in Wien eine Erhöhung der Förderquoten beschließen würden. Allerdings werde man den Markt weiter beobachten und "rechtzeitig und adäquat" reagieren, wenn es Hinweise auf eine Verknappung gebe.

Symbolische Erhöhung?

Einen Tag vor der Konferenz war der Preis für Opec-Öl um 33 Cent auf 72,34 Dollar gestiegen, teilte das Opec-Sekretariat mit. Analysten erwarteten eine heftige Diskussion der Opec-Minister, da sich die Mehrheit vor dem Treffen gegen eine Erhöhung der Förderquoten ausgesprochen hat. Experten gehen davon aus, dass sich die Versorgungslage mit Rohöl bis zum Jahresende zuspitzen könnte, was zwangsläufig zu höheren Preise führen müsste.

Vor Beginn der Konferenz gab es jedoch auch Spekulationen über eine leichte Erhöhung der Förderquote. Einem Pressebericht der "Financial Times" zufolge erwägen die zwölf Mitgliedsländer die Öl-Förderquoten geringfügig zu erhöhen. Eine symbolische Steigerung um 500 000 Fässer (Barrel) am Tag würde die bisherige Überproduktion des Kartells formalisieren, berichtete die Zeitung. Mehr Öl komme dadurch nicht auf den Markt. Dennoch könnte dieser Schritt dazu beitragen, die Ölmärkte zu beruhigen. Der US-Ölpreis war zuletzt wieder deutlich angezogen. Das Rekordhoch des US-Ölpreises Anfang August von 78,77 Dollar sei bereits in Reichweite, erklärten Marktbeobachter. Auch Preise von mehr als 80 Dollar je Barrel (159 Liter) seien möglich.

"Eine Erhöhung der Quoten ist nicht notwendig"

Die Energieminister der Staaten Libyen, Irak und Venezuela haben hingegen ihre Absicht zu unveränderten Opec-Förderquoten bekräftigt. Bei ihrer Ankunft zum Opec-Treffen bekräftigten die Minister, dass das derzeitige Ölangebot ausreichend und die Ölpreise angemessen seien. Libyen werde einer Erhöhung der offiziellen Quoten nicht zustimmen, sagte der libysche Energieminister Shokri Dhanem. "Eine Erhöhung der Quoten ist nicht notwendig", bekräftigte auch der Energieminister Venezuelas Rafael Ramirez. (mit dpa)