Opel : Händler wollen bei Opel einsteigen

Die europäischen Opel-Händler streben zur Rettung des angeschlagenen Autobauers einen Firmenanteil von zehn bis 15 Prozent an.

WienDies gab der Vizepräsident der Händlervereinigung Euroda, Albert Still. Sprecher des Verbandes der rund 4000 Opel- und Vauxhall-Händler bekräftigten, dass sie mit Hilfe einer Abgabe von 150 Euro je verkauftem Wagen in den kommenden drei Jahren auf bis zu 500 Millionen Euro kommen wollen, um Opel vor der Pleite zu retten. Dafür fordern sie unter anderem künftig größere Mitspracherechte und einen Sitz im Opel-Aufsichtsrat.

Ungeklärt ist bisher, wie die angepeilte Summe von 500 Millionen Euro ausgeschüttet werden soll. Über Einzelheiten werde man noch beraten müssen. Nach Angaben Stills werden für die Abwicklung auf nationaler Ebene Investitionsfirmen gegründet, in die die Händler einzahlen. Die Händler würden dazu vertraglich verpflichtet. Das Geld komme dann in einen europäischen Fond. "Wenn Opel das Geld sofort haben will müssen wir einen Weg dafür finden."

In den USA zeichnet sich immer stärker ab, dass der Mutterkonzern General Motors (GM) in die Insolvenz geht. Ein Treuhand-Modell für den europäischen GM-Teil mit der Hauptmarke Opel, wie ihn Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) als eine Übergangslösung vorgeschlagen hat, findet zwar Unterstützer aus der deutschen Politik, stößt aber Medienberichten zufolge in den USA auf Widerstand. Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hält das Modell sogar für völlig unrealistisch.

Unterdessen steht GM einem Zeitungsbericht zufolge vor einer Einigung mit der Gewerkschaft über milliardenschwere Einschnitte. Den Plänen zufolge sollten die Lohnkosten für GM-Schichtarbeiter in den USA um mehr als eine Milliarde Dollar pro Jahr gekürzt werden, berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf Verhandlungskreise. Ein Ultimatum von US-Präsident Barack Obama läuft Ende Mai ab. Noch größere Hürde ist für GM der ungelöste Streit mit tausenden von Gläubigern, bei denen GM mit rund 27 Milliarden Dollar in der Kreide steht. (sp/dpa)