Der Tagesspiegel : Opfer rechter Gewalt: Gedenkfeier für Amadeu Antonio

Heute vor zehn Jahren erlag der 28-jährige Angolaner Amadeu Antonio seinen Verletzungen, die ihm Skinheads Tage zuvor in Eberswalde (Barnim) zugefügt hatten. Die Bluttat erregte seinerzeit internationales Aufsehen und Bestürzung. Der Schwarzafrikaner war das erste Todesopfer ausländerfeindlicher Gewalt in den neuen Bundesländern. Seither wurden im vereinten Deutschland fast 100 Menschen von rechten Schlägern zu Tode geprügelt.

Im Mai 1993 wurde der Hauptangeklagte Kai-Nando B. vom Bezirksgericht Frankfurt (Oder) wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung zu viereinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt. In einem ersten Verfahren waren bereits 1992 fünf Männer zu Jugendstrafen zwischen zwei Jahren auf Bewährung und vier Jahren Haft verurteilt worden.

An die Bluttat erinnert in Eberswalde eine Gedenktafel, an der es heute um 16 Uhr eine Gedenkfeier gibt, unter anderem mit der Staatssekretärin im Bundesinnenministerium, Cornelie Sonntag-Wolgast (SPD).

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