Der Tagesspiegel : Opferverbände greifen Stiftungschef an

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Oranienburg - Der Fall des Stasi-belasteten Generalsekretärs des Internationalen Sachsenhausen-Komitees (ISK), Hans Rentmeister, zieht weitere Kreise. Nach der Arbeitsgemeinschaft Lager Sachsenhausen fordert jetzt auch die Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) den Rücktritt des Direktors der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Günter Morsch. Er habe eine Überprüfung Rentmeisters versäumt und eng mit ihm zusammengearbeitet, sagte der stellvertretende VOS-Vorsitzende Hugo Diederich am Mittwoch. Die Stiftung wies die Forderung zurück. Für einen Rücktritt von Morsch gebe es „überhaupt keinen Grund“, sagte ein Sprecher der Gedenkstätten-Stiftung in Oranienburg.

Rentmeister hat nach eigenen Angaben allen internationalen ISK-Landesverbänden seinen Rücktritt angeboten. Er will sein Amt ruhen lassen, bis das Präsidium des Internationalen Sachsenhausen-Komitees entschieden hat. Am Montag hatte bereits Präsident Pierre Gouffault mitgeteilt, er habe ein Rücktrittsangebot Rentmeisters angenommen. Laut Rentmeister wusste der deutsche Landesverband des Internationalen Sachsenhausen-Komitees von seiner Vergangenheit.

Nach Angaben der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen ergibt sich aus den Akten, dass Rentmeister in den 60er Jahren in der Stasi-Kreisdienststelle Lichtenberg arbeitete. Später sei er als Dozent an der Juristischen Stasi-Hochschule in Potsdam und zuletzt bis zur Auflösung in der Stasi-Zentrale tätig gewesen. ddp

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