"Organisiertes Verbrechen" : Griechenland: Chef-Funktionär spricht von Doping-Mafia

Nach den vielen Doping-Fällen in Griechenland spricht der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees, Minos Kyriakou, von organisiertem Verbrechen.

 „Da sind 15 Athleten, die dieselbe Substanz genommen haben. Dies ist höchst seltsam und führt zu dem Schluss, dass es eine organisierte Handlung gewesen ist“, sagte Kyriakos am Dienstag. Elf Gewichtheber, drei Leichtathleten und ein Schwimmer waren in den letzten Monaten positiv auf das anabole Mittel Methyltrienolon getestet worden. Darunter war die 2004-Olympiasiegerin über 400 Meter Hürden, Fani Halkia, die von den Olympischen Spielen in Peking ausgeschlossen wurde.

„Dies ist ein organisiertes Verbrechen. Es sieht so aus, als würde ein Menge Geld dahinter stecken - und viel Profit“, meinte Kyriakou. „Ich denke deshalb, dass die Zeit gekommen ist, dass der Staat etwas tut und eine Lösung findet.“

Ermittlungen und Verschwörungstheorien

Unterdessen startete am Dienstag die Staatsanwaltschaft von Athen eine Untersuchung: Die Justiz ermittelt gegen Fani Halkia und den Sprinter Anastasios Gousis, der einen Tag vor Beginn der Olympischen Spiele positiv getestet worden war. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Trainer der beiden Giorgos Panagiotopoulos, berichtete das griechische Staatsradio weiter.

Griechenlands Sportminister Giannis Ioannidis, der seine Olympia-Mannschaft am Montag in Peking besuchte, ist der Ansicht, dass das Internationale Olympische Komitee (IOC) sein Land besonders im Visier hat. „Wir zahlen für alte Sünden. In der Tat verfolgt uns das IOC“, sagte er.

Bei den Athener Spielen von 2004 hatten die beiden Sprinter Ekaterina Thanou und Kostas Kenteris sich einer Doping-Kontrolle entzogen und einen Skandal ausgelöst. Wegen des Vorfalls verweigerte das IOC Thanou die Olympia-Zulassung für Peking. (dpa)