Oslo : Al Gore erhält den Friedensnobelpreis

Der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore und der UN-Klimarat werden für ihren Einsatz gegen eine drohende Klimakatastrophe mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Der Preis ist mit 1,1 Millionen Euro dotiert.

Al Gore
Al Gore, Ex-Vize Präsident der USA, gewinnt den Friedensnobelpreis. -Foto: ddp

OsloDer diesjährige Friedensnobelpreis geht an den früheren US-Vizepräsidenten Al Gore (59) und den UN-Klimarat IPCC für ihren Einsatz gegen eine drohende Klimakatastrophe. Das Nobelkomitee wolle mit dieser Vergabe "zu größerer Aufmerksamkeit" für den Klimaschutz beitragen, hieß es bei der Bekanntgabe in Oslo. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich "sehr erfreut" über die Vergabe des Friedensnobelpreises an Vorkämpfer für den Klimaschutz. Komiteechef Ole Danbolt Mjøs würdigte Gore als einen "seit Jahren weltweit führenden Umweltpolitiker". "Gore hat wie kein anderer Mensch als Einzelner zur Schaffung eines breiten Bewusstseins für die Maßnahmen beigetragen, die nun nötig sind."

Der Oscar-Gewinner

Gore hat unter anderem für seinen Kinofilm "Eine unbequeme Wahrheit" über die Gefahren des Klimawandels dieses Jahr einen Oscar bekommen. Der UN-Klimarat hat nach Überzeugung der norwegischen Juroren mit seinen stark beachteten wissenschaftlichen Berichten seit zwanzig Jahren entscheidend zu einem breiten Konsens über das Ausmaß der Klimabedrohung beigetragen.

Gore sagte in einer Erklärung, er fühle sich "zutiefst geehrt". Weiter sagte er: "Wir haben es mit einer wirklichen globalen Bedrohung zu tun. Die Klimakrise ist kein politisches Thema, sondern eine moralische und geistige Herausforderung für die gesamte Menschheit." Die Auszeichnung sei umso bedeutungsvoller, als er sie mit dem UN-Klimarat teile, sagte Gore.

Der indische IPCC-Chef Rajendra Pachauri sagte im norwegischen Fernsehen: "Ich bin völlig überwältigt. Dieser Preis geht an die internationale UN-Gemeinschaft und alle Staaten, die uns unterstützen." Er habe vor der Entscheidung aus Oslo selbst öffentlich gesagt, dass Gore ihn wie kein anderer verdient habe. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, das außergewöhnliche Engagement des früheren US-Vizepräsidenten Al Gore sei ein Beispiel für die wichtige Rolle, die jeder Einzelne bei der Bewältigung weltweiter Probleme spielen könne.

Aufmerksamkeit für Umweltthemen

In Brüssel gratulierte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso dem US-Politiker: "Ihre Beiträge zur Vorbeugung des Klimawandels haben das Bewusstsein in der ganzen Welt erhöht." Vor der Entscheidung hatte sich Barroso für eine Vergabe an Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl eingesetzt. In Berlin äußerten sich Politiker einhellig positiv über die Osloer Entscheidung.

Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) gratulierte im Namen der Bundesregierung und sagte, Gore habe "das Thema Klimaschutz in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt". Für die Grünen nannten die Fraktionschefs Renate Künast und Fritz Kuhn den Friedensnobelpreis eine "klare Aufforderung zum Kampf gegen weitere Erderwärmung".

Das Nobelkomitee hatte schon 2004 mit der Vergabe an die Kenianerin Wangari Maathai Engagement für den Umweltschutz ausgezeichnet. Maathai hatte in ihrem Land unter anderem gegen die Abholzung von Wäldern gekämpft, deren Verschwinden die Lebensgrundlage vieler armer Menschen bedroht. Zum Zusammenhang zwischen Klimawandel und Friedenssicherung meinte das Osloer Komitee, die Erderwärmung vermindere auch die "Sicherheit der Menschheit".

Gore investiert in Kampf gegen Klimakrise

Der Friedensnobelpreis ist mit zehn Millionen schwedischen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotiert. Nach Angaben des US-Senders CNN will Gore sein Preisgeld der von ihm gegründeten Organisation Alliance for Climate Protection zur Verfügung stellen. Sie setzt sich für Maßnahmen zur Bekämpfung der Klimakrise ein. Gore ist auch der Vorsitzende der Organisation. Der Nobelpreis wird traditionell am 10. Dezember in Oslo überreicht. Im vergangenen Jahr erhielten der Bankier Mohammed Yunus und dessen Grameen-Bank die Auszeichnung für ihre Mikrokredite an arme Menschen. (mit dpa)