Paintball : "Höchste Zeit, das Schachspielen zu verbieten!"

Paintball: Harmloser Funsport oder menschenverachtende Tötungssimulation? Das geplante Verbot stößt bei Betreibern von Paintball-Spielfeldern in Berlin und Brandenburg auf Unverständnis. Ihre Existenz ist akut bedroht. Was halten Sie von dem Vorhaben der Regierung? Diskutieren Sie mit!

Sylvia Vogt
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Ein Paintball-Spieler in voller Montur. -Foto: dpa

Die Bundesregierung will Paintball-Spiele verbieten. Das Spiel, bei dem man mit Farbkugeln aufeinander schießt, sei menschenverachtend, sagt eine Expertengruppe des Innenministeriums. Als Konsequenz aus dem Amoklauf von Winnenden soll das Waffengesetz verschärft werden. Ab Ende Mai soll Paintball dann als Ordnungswidrigkeit gelten und mit bis zu 5000 Euro bestraft werden.

"Das Theater kenne ich schon seit zehn Jahren", sagt Janek Standke, der Geschäftsführer des Friedrichshainer Ladens "Outdoor Sports", das Paintball-Zubehör verkauft. Er betreibt seit 1995 zusammen mit drei Mitarbeitern ein Paintball-Gelände in Garzau. Von dem Verbot hält er gar nichts. "Die Leute, die bei uns spielen, wollen Spaß haben, das ist für die wie Bungee-Springen. Ans Töten denkt da keiner". Bei ihm buchen viele Event-Agenturen und Firmen, die mit ihren Mitarbeitern mal etwas anderes unternehmen wollen als Bowling. "Das sind ganz normale Leute, Idioten lassen wir auch gar nicht auf den Platz." Fünfzig bis hundert Spieler tummeln sich in der Regel an Wochenendtagen bei ihm auf den Spielfeld. Am letzten Wochenende waren Bundeswehrsoldaten und Offiziere zum Paintball-Spielen dort.

Standke sieht nicht nur seine Existenz und die seiner Mitarbeiter bedroht. "Unsere Gäste kaufen in der Gegend ein und übernachten hier", sagt er. Das Paintball-Gelände sei eine Attraktion in einer Region, die von hoher Arbeitslosigkeit geprägt sei. Bisher gebe es zwar noch keine Stornierungen, allerdings riefen seit Tagen Kunden an, die wissen wollten, wie es jetzt weitergeht.

Auch bei den Lesern von tagesspiegel.de stößt das Verbot eher auf Unverständnis. "Vielleicht wird demnächst in der Schule das Räuber und Gendarmspielen mit Nachsitzen bestraft", schreibt s.theile. User beelzebub findet: "Höchste Zeit das Schachspielen zu verbieten". Das sei schließlich ein Spiel, "in dem zwei Armeen aufeinander losgehen, sich gegenseitig massenhaft abschlachten."

Befürworter des Verbotes argumentieren, dass das Spiel das "Töten simuliere", so Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach. Moniert wird auch, dass die Gewehre zu realistisch seien.

Was meinen Sie? Finden Sie ein Verbot von Paintball-Spielen sinnvoll? Diskutieren Sie mit!

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