Pakistan : 750.000 Menschen auf der Flucht

Die pakistanische Regierung schätzt, dass aufgrund der Kämpfe im Swat-Tal gegen radikal-islamische Kräfte weit mehr Menschen auf der Flucht sind als bislang geschätzt. Hilfsorganisationen waren von 550.000 Menschen ausgegangen. Die Offensive gegen die Taliban geht unterdessen weiter.

IslamabadEin Regierungssprecher bezeichnet die Massenflucht als "gewaltige humanitäre Krise" und bat dringend um internationale Hilfe. In Islamabad stellten die Botschafter der Vereinigten Staaten und Großbritanniens am Dienstag Soforthilfen in Höhe von umgerechnet 14 Millionen Euro in Aussicht. Am Montag hatte die Bundesregierung zugesagt, drei Millionen Euro Soforthilfe zur Verfügung zu stellen.

Das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) warnte, dass die Zivilbevölkerung bei dem Vorgehen gegen die Taliban  in dicht besiedelten Gebieten zwischen die Fronten gerate. Schulen, Krankenhäuser und Gesundheitszentren seien schon erheblich beschädigt.

Im Grenzgebiet zu Afghanistan wurden bei einem US-Angriff acht Menschen getötet. Mehrere Raketen sollen in ein Gebäude im Stammesgebiet Süd-Waziristan eingeschlagen haben. Die Opfer sollen Aufständische gewesen sein, örtliche Behörden machten jedoch keine Angaben zur Identität der Toten.

Erst im Februar hatten Regierung und Taliban ein Friedensabkommen geschlossen, demzufolge im Swat-Tal das islamische Rechtssystem, die Scharia, eingeführt werden sollte. Im Gegenzug sollten die Taliban ihre Gewalt einstellen. Diese versuchten jedoch, ihren Einflussbereich in der Region weiter auszudehnen. (sp/dpa)