Pakistan : Armee stürmt Rote Moschee in Islamabad

Seit einer Woche hielten militante Islamisten die Rote Moschee in Islamabad besetzt. Nach dem Scheitern eines letzten Verhandlungsversuches haben pakistanische Sicherheitskräfte mit der Erstürmung der Moschee begonnen.

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Islamabad: Die Gefechte auf dem Moscheegelände gehen auch Stunden nach Beginn der Erstürmung weiter. -Foto: AFP

IslamabadNach einer Woche Belagerung haben pakistanische Sicherheitskräfte mit der Erstürmung der Roten Moschee im Zentrum der pakistanischen Hauptstadt begonnen. Dabei lieferten sie sich schwere Kämpfe mit den in dem Gebäudekomplex verschanzten militanten Islamisten. In unbestätigten Berichten war von bis zu 70 Todesopfern unter den Extremisten die Rede. Nach Armeeangaben wurden mindestens 43 Menschen getötet, darunter 40 der in dem Gebäudekomplex verschanzten Radikalislamisten. In der Gewalt der Islamisten sollen sich auch hunderte Frauen und Kinder befinden.

50 Besetzer ergeben sich

Mehrere Stunden nach dem Beginn der Erstürmung ergaben sich nach Armeeangaben rund 50 bewaffnete Besetzer. Die Kämpfer hätten während einer Feuerpause aufgegeben, als die pakistanischen Truppen ihnen "eine letzte Chance" gegeben hätten, sagte ein Armee-Angehöriger.

Der Erstürmung der Moschee waren weitere Verhandlungen mit dem Anführer der Koranschüler, Abdul Rashid Ghazi, über eine friedliche Lösung des Konflikt vorausgegangen. Dabei sollen sich die Extremisten, die für einen Gottesstaat eintreten und den afghanischen Taliban nahe stehen, erneut geweigert haben, ihre Geiseln freizulassen.

Anführer der Koranschüler: Das Volk wird Rache nehmen

In einem Telefoninterview aus der umkämpften Moschee lehnte Ghazi es nach Beginn des Militäreinsatzes weiter ab, sich den Behörden zu ergeben. Dem pakistanischen Nachrichtensender Aaj sagte er: "Wir wurden aufgefordert, uns zu unterwerfen, aber wir haben es abgelehnt. Wir werden sterben, aber das Volk wird Rache nehmen an den Machthabern."

Die Sicherheitskräfte hatten den Sturm auf die Moschee kurz nach Morgengrauen begonnen. Spezialeinheiten seien von drei oder vier Seiten auf das Gelände vorgerückt, sagte Armeesprecher Arschad. Dabei hätten die Islamisten vor allem mit Handfeuerwaffen und Benzinbomben Widerstand geleistet. "Einige Handgranaten wurden auch auf die Sicherheitskräfte geworfen", sagte er. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Rauch vom Gelände der Moschee aufstieg. Explosionen und Gewehrfeuer war zu hören. (mit dpa/AFP)