Pakistan : Ausnahmezustand soll in vier Wochen enden

Der seit einer Woche in Pakistan geltende Ausnahmezustand wird nach offiziellen Angaben voraussichtlich in einem Monat aufgehoben. Oppositionsführerin Bhutto traf sich nach Ende ihres Hausarrests wieder mit ihrer Partei und ausländischen Diplomaten.

IslamabadGeneralstaatsanwalt Malik Mohammad Qayyum sagte dem privaten Fernsehsender Geo: "Es geht dabei vor allem um die Lage hinsichtlich Recht und Gesetz in einigen Teilen des Landes - wir hoffen, dass sie sich weiterhin so verbessert, wie sie dies derzeit tut." Vor einigen Tagen hatte Qayyum noch von ein oder zwei Monaten gesprochen. Militärmachthaber Pervez Musharraf hatte den Ausnahmezustand vor einer Woche verhängt und dies mit der Zunahme von Anschlägen radikalislamischer Rebellen und dem Widerstand der Justiz begründet.

Unterdessen verließ Oppositionsführerin Benazir Bhutto erstmals nach Ende des Hausarrests ihren Wohnsitz, um sich mit Vertretern ihrer PP-Partei und ausländischen Diplomaten zu treffen. "Sie ist zum Parteisekretariat in Islamabad aufgebrochen", verlautete aus Kreisen ihrer Partei. Nachdem Bhutto am Freitag mehrfach medienwirksam versuchte, die Absperrungen um ihr Haus zu durchbrechen, war der Hausarrest am Abend wieder aufgehoben worden. Unter anderem Deutschland und die USA hatten die pakistanischen Machthaber aufgerufen, Bhutto Bewegungsfreiheit zu gewähren.

 Bhutto will nach Angaben eines Parteisprechers einen Protestmarsch gegen den Ausnahmezustand in ihrem Land anführen. Bhutto werde sich an die Spitze des  von Lahore bis ins 275 Kilometer entfernte Islamabad führenden "langen Marsches" setzen, sagte der Sprecher. Der Protest soll am Dienstag beginnen. (mit AFP)