Pakistan : Beliebter Musharraf-Gegner festgenommen

Die pakistanische Polizei hat einen weiteren populären Gegner von Militärmachthaber Pervez Musharraf festgenommen. Der frühere Kricket-Star Imran Khan war untergetaucht, nachdem Musharraf den Ausnahmezustand verhängt hatte.

Imran Khan Foto: AFP
Imran Khan (l.). -Foto: AFP

Lahore/IslamabadImran Khan, Chef der Partei Tehrik-i-Insaf (Bewegung für Gerechtigkeit), sei bei einer Studentendemonstration in Lahore von Beamten in zivil abgeführt worden, berichteten Augenzeugen. Mehr als 400 Studenten hätten dabei "Geh, Musharraf, geh" skandiert. Der Militärmachthaber lehnte unterdessen Forderungen nach seinem Rücktritt ab.

Musharrafs politische Gegenspielerin Benazir Bhutto blieb in Lahore weiter unter Hausarrest. Begründet hatten die Behörden den am Montagabend angeordneten Arrest mit einer Gefährdung der Oppositionsführerin durch Selbstmordattentäter.

Khan war untergetaucht, nachdem Musharraf am 3. November den Ausnahmezustand verhängt hatte. Im ostpakistanischen Lahore wagte er sich bei der Demonstration erstmals wieder an die Öffentlichkeit. Aus seinem Versteck heraus hatte er Studenten aufgerufen, sich gegen "die Militärdiktatur von General Musharraf" zu erheben.

Musharraf: "Ich bin kein Diktator"

Auch mehrere hundert Rechtsanwälte, Journalisten und Anhänger der Opposition demonstrierten an verschiedenen Orten gegen Musharraf. Der Präsident sagte dem britischen Sender Sky News: "Ich werde an dem Tag zurücktreten, an dem keine Unruhe mehr in Pakistan herrscht." Musharraf, der sich 1999 unblutig an die Macht geputscht hatte, betonte: "Ich bin kein Diktator, ich will eine Demokratie."

Mit Ablauf der fünfjährigen Legislaturperiode soll an diesem Donnerstag das Parlament in Islamabad aufgelöst werden. Am Tag darauf soll unter Musharraf eine Übergangsregierung eingesetzt werden, die die Geschäfte bis zu den Wahlen führt. Die Wahlen werden nach Angaben des Präsidenten vor dem 9. Januar stattfinden. "Die Überlegungen für die Ernennung eines Übergangs-Premierministers sind im Gange", sagte Informationsminister Mohammed Ali Durrani.

Negroponte reist nach Pakistan

US-Vizeaußenminister John Negroponte will Ende der Woche nach Pakistan reisen, um auf eine Beendigung des Ausnahmezustands und auf baldige Wahlen zu dringen. Das sagte Außenamtssprecher Tom Casey.

Das Militär teilte mit, im nordwestpakistanischen Swat-Tal hätten die Streitkräfte 16 Anhänger eines radikalen Predigers getötet. (mit dpa)