Pakistan : Ex-Regierungschefin Bhutto will aus Exil zurückkehren

Die frühere pakistanische Regierungschefin Benazir Bhutto will nach acht Jahren im Exil zurück in ihre Heimat. Die wegen Korruptionsvorwürfen aus dem Land geflüchtete Politikerin erwartet in Pakistan deutlicher Widerstand.

Dubai/Islamabad"Ja, ich kehre zurück", sagte Bhutto in Dubai. Sie wolle am Donnerstagmorgen nach Karachi im Süden Pakistans aufbrechen. Sie bete zu Gott, dass sie die Demokratie in ihr Land tragen und die Hoffnungen ihres Volkes erfüllen könne, sagte Bhutto. Die pakistanische Regierung von Präsident Pervez Musharraf hatte Bhutto in den vergagenen Tagen aufgefordert, ihre Rückkehr zu verschieben. Sie solle bis zur Entscheidung des Obersten Gerichtshofs über die Verfassungsmäßigkeit ihrer Amnestie warten.

Bhutto war bereits zwischen 1988 und 1990 sowie zwischen 1993 und 1996 Regierungschefin in Pakistan. Anschließend hatte sich die Oppositionspolitikerin mit dem Gang ins Exil einer Strafverfolgung wegen Korruption entzogen. Ein von Musharraf unterschriebenes Dekret, das für Politiker in den Jahren 1985 bis 1999 eine Strafverfolgung wegen Korruption ausschließt, soll nun den Weg für eine Machtteilung zwischen dem geschwächten Präsidenten und Bhutto ebnen. Derzeit prüft aber der Oberste Gerichtshof Pakistans, ob das Dekret verfassungswidrig ist.

Der Oberste Gerichtshof muss ebenfalls noch über die Rechtmäßigkeit von Musharrafs Sieg bei der Präsidentschaftswahl am 6. Oktober entscheiden. Das Gericht vertagte am Mittwoch eine Anhörung darüber, ob Musharraf in seiner Doppelfunktion als Präsident und Armeechef überhaupt hätte antreten dürfen. Die Anwälte der pakistanischen Opposition hatten ein elfköpiges Tribunal abgelehnt. Stattdessen sollten 18 Richter an der Verhandlung beteiligt sein, forderten sie. Nun muss der Oberste Richter Iftikhar Chaudhry über das Gesuch entscheiden. Wann die Anhörungen fortgesetzt werden, stand zunächst nicht fest. Vor dem Gerichtsgebäude demonstrierten unterdessen 1500 Oppositionsanhänger gegen Musharraf. (mit AFP)