Pakistan : Militante enthaupten zwei Frauen

Militante Islamisten haben im nordwestlichen Grenzgebiet Pakistans zu Afghanistan zwei Frauen enthauptet, denen sie Prostitution vorwarfen. Und die Extremisten drohen weiter - unmoralisch ist für sie ''unislamisch''.

IslamabadNeben den Leichen wurde nach Angaben des Polizeichefs der Ortschaft Bannu ein Schreiben gefunden, in dem die Täter Frauen, die sich prostituierten, das gleiche Schicksal androhten. Im Ort Mangora, 200 Kilometer weiter nördlich, zerstörten unterdessen fünf selbstgebastelte Sprengsätze mehrere kleine Läden, in denen Videos und Musikkassetten verkauft wurden. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden.

Besitzer solcher Läden hatten nach Angaben der Polizei in den vergangenen zwei Wochen Drohbriefe erhalten, in denen sie zur Schließung ihrer Geschäfte aufgefordert wurden. Die Behörden verdächtigen Anhänger der Taliban hinter den Aktionen. Die Extremisten betrachten das Ausleihen und den Verkauf von Videos und populärer Musik als unmoralisch und "unislamisch". Händler wurden unter Drohungen auch aufgefordert, den Verkauf von Kosmetika einzustellen, und Frauen den Zutritt in ihre Geschäfte nur noch in Begleitung von Männern zu erlauben.

Seit dem Sturm auf die von Extremisten besetzte Rote Moschee in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad Mitte Juli hat sich die Sicherheitslage vor allem im Nordwesten Pakistans verschärft. Bei Kämpfen und Anschlägen starben seither mehr als 400 Menschen. (mit dpa)