Pakistan : Musharraf als Präsident vereidigt

Einen Tag nach seinem Rücktritt als Armeechef ist Pakistans Machthaber Musharraf für eine neue Amtszeit als Präsident vereidigt worden. Damit ist die Militärherrschaft in Pakistan formal zu Ende. Wird nun auch der Ausnahmezustand aufgehoben?

Islamabad Musharraf wurde für weitere fünf Jahre als Präsident vereidigt. Mit seinem Rücktritt als Oberbefehleshaber der Streitkräfte enden acht Jahre Militärherrschaft in Pakistan. Das pakistanische Fernsehen übertrug die Zeremonie im Präsidentenpalast der Hauptstadt Islamabad live.

Der Präsident schwor, die Verfassung zu achten und zum Wohle der Nation zu handeln. Gestern hatte er sein Amt als Armeechef an seinen Vertrauten Ashfaq Kiyani übergeben und sich damit internationalem Druck insbesondere aus den USA gebeugt. Acht Jahre nach seiner Machtergreifung in einem unblutigen Militärputsch regiert der ehemalige General nun erstmals als ziviler Staatschef.

Schon bald nach seiner Vereidigung wird Musharraf laut Generalstaatsanwalt Malik Muhammad Qayyum den Ausnahmezustand aufheben und damit eine weitere Forderung des Westens erfüllen. Der Oberste Gerichtshof des Landes, den Musharraf nach der Verhängung des Ausnahmezustands Anfang November mit ihm gewogenen Juristen besetzt hatte, hatte in der vergangenen Woche alle Einsprüche gegen die umstrittene Wiederwahl des Staatschefs am 6. Oktober abgewiesen. (ho/AFP/dpa)