Pakistan : Musharraf gewinnt Wahl - inoffiziell

Der pakistanische Staats- und Armeechef Pervez Musharraf hat bei der umstrittenen Präsidentenwahl nach einem inoffiziellen Ergebnis die meisten Stimmen geholt. Abgeordnete der Opposition hatten die Wahl boykottiert.

Musharraf
Musharraf-Anhänger in Islamabad. -Foto: AFP

IslamabadDie Mehrheit der 1170 Abgeordneten des Parlaments in der Hauptstadt Islamabad und der vier Provinzparlamente hätten Musharraf ihre Stimme gegeben, sagte ein Mitglied der Wahlkommission. Das Ergebnis bedeutet jedoch nicht automatisch die Wiederwahl Musharrafs. Das Verfassungsgericht hatte am Freitag beschlossen, erst nach der Wahl über die Rechtmäßigkeit seiner Kandidatur zu entscheiden. Bis zu einem Urteil darf daher offiziell kein Wahlsieger verkündet werden.

Unmittelbar vor der Wahl hatten überraschend die 223 Abgeordneten der Pakistanischen Volkspartei PPP der früheren Premierministerin Benazir Bhutto die Wahlversammlung verlassen. "Wir werden nicht für einen Präsidenten in Uniform stimmen", sagte der PPP-Abgeordente Sheri Rehman. Nachdem die Regierung der früheren Premierministerin Bhutto erst am Vortag zugesichert hatte, Korruptionsvorwürfe gegen sie fallenzulassen, war erwartet worden, dass ihre Partei an der Wahl teilnimmt. Bereits am Mittwoch hatten 199 Oppositionspolitiker ihre Mandate niedergelegt.

In Peshawar, der Hauptstadt der islamistisch geprägten Nordwestprovinz, lieferten sich rund 300 protestierende Anwälte heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Sie setzten eine Puppe mit Musharrafs Konterfei in Brand und skandierten "Go, Musharraf, go". Augenzeugen berichteten, einige der Demonstranten hätten versucht, ein gepanzertes Polizeifahrzeug in Brand zu stecken. Laut einem AFP-Korrespondenten trieben die Sicherheitskräfte die Demonstranten mit Schlagstöcken auseinander. (mit AFP)