Pakistan : Tote bei Zusammenstößen in Islamabad

Bei schweren Zusammenstößen zwischen radikalen Koranschülern und Sicherheitskräften in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind mindestens elf Menschen getötet worden.

Zusammenstöße in Islamabad
Brennende Autos in Islamabad. -Foto: AFP

Bei schweren Zusammenstößen zwischen radikalen Koranschülern und Sicherheitskräften in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind mindestens elf Menschen getötet worden. Außerdem wurden bei den Schusswechseln nahe der roten Moschee im Stadtzentrum nach offiziellen Angaben mehr als 150 Menschen verletzt. Die Führer der beiden Koranschulen riefen die Schüler über Lautsprecher dazu auf, sich auf Selbstmordanschläge vorzubereiten.

Neben zwei Mitgliedern der paramilitärischen "Pakistan Rangers", sowie vier Schülern und vier weiteren Zivilisten wurde auch ein pakistanischer Journalist getötet. Die Zusammenstöße begannen, als mit Stöcken bewaffnete Koranschüler eine neu errichtete Kontrollstelle der Polizei neben der Moschee stürmten und vier Sicherheitskräfte verschleppten. Am Abend war unklar, ob sich die Polizisten noch in der Gewalt der Koranschüler befanden. Mehrere Hundert Anwohner gingen auf die Straße, um die Koranschulen zu verteidigen. Die Polizei sperrte die Zufahrtsstraßen.

"Die Regierung will kein Blutvergießen"

Der pakistanische Innenminister Aftab Sherpao sagte dem Sender Geo TV, er habe keinen Sturm der Koranschulen angeordnet. "Die Regierung will kein Blutvergießen", betonte er. Trotz der Feuergefechte gelangten vermummte Koranschüler zu einem Gebäude, in dem sich Soldaten verschanzt hatten, und setzten es in Brand. Mehrere Fahrzeuge gingen in Flammen auf. Sicherheitskräfte gingen auf Dächern im Umkreis des schwer gesicherten Moschee-Komplexes in Stellung. Bewaffnete Koranschüler verschanzten sich hinter Sandsäcken.

Die beiden Koranschulen - Jamia Faridia für Männer mit 4500 Schülern und Jamia Hafsa für Frauen mit 6500 Schülerinnen - liegen neben der Roten Moschee im Herzen Islamabads. Der Vizeleiter der Koranschulen, Abdul Rashid Ghazi, ermutigt seine Schüler nach eigenen Angaben, nach dem Studium nach Afghanistan zu gehen und dort gegen westliche Truppen zu kämpfen. Ausdrücklich hält er dabei auch Selbstmordanschläge für gerechtfertigt. (mit dpa)