Der Tagesspiegel : Parkeisenbahnwieder in der Spur Ein Jahr nach dem Brand lädt das FEZ heute ein

Berlin - Ein lautes Hupen kündigt die Bahn an. Quietschend kommen die Räder zum Stehen. Kinder und Jugendliche in Uniformen nehmen die Sicherheitsketten ab und bitten die Fahrgäste in die Waggons. Die neue Saison für die Parkeisenbahn in der Wuhlheide hat begonnen. Die Bahn wird von Kindern und Jugendlichen unter der Anleitung Erwachsener betrieben – alles ist wie immer.

Montag ist der 21. April, genau ein Jahr nach einem verheerenden Brand, bei dem drei Wagen zerstört und vier schwer beschädigt wurden. Es war Brandstiftung, ermittelte die Polizei. Die Täter sind bis heute nicht gefunden. Die Eisenbahner indes sahen ihre Existenz gefährdet. „Für uns war klar, dass wir das mit unseren Mitteln nicht gestemmt bekommen“, sagt Bernhard Schreiber heute. Der Pensionär arbeitet ehrenamtlich für die Parkeisenbahn. Die Hilfswelle, die folgte, hat ihn beeindruckt.

Etwa 780 Geldspenden gingen ein. Zehn Unternehmen übernahmen Arbeiten an den Wagen, zwölf weitere brachten sich mit Sachspenden ein. Ein Privatmann hat Spezialsteckdosen im Wert von 500 Euro gekauft, die die Wagen untereinander verbinden. Thyssen Krupp Gleistechnik spendete Gleisteile, die Deutsche Bahn hat zwei Wagen in der S-Bahn-Werkstatt Schöneweide repariert. Fünf Wagen sind wieder im Einsatz. Auch die beiden fehlenden kommen bald zurück. Bombardier Transportation setzt derzeit einen Gerätewagen instand. Ein historischer Wagen soll in Hamburg erneuert werden.

Eine Sorge nach dem Brand war, dass die Fahrgäste ausbleiben könnten. Sie erwies sich als unbegründet. Beinahe 66 000 Besucher zählte die Parkeisenbahn 2007. Mit einem Fahrpreis von einem Euro wollen sich die Eisenbahner heute dafür bedanken. mj

Die Parkeisenbahn fährt heute von 11 Uhr bis 17.30 Uhr ab Hauptbahnhof in der Wuhlheide, zu erreichen mit der S3, Bus 190 oder den Straßenbahnen 27, 63, 67.

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