Parlamentswahlen : Nationalkonservative gewinnen in der Schweiz

Die nationalkonservative Schweizerische Volkspartei mit ihrem umstrittenen Justizminister Christoph Blocher ist aus den Wahlen am Sonntag gestärkt hervorgegangen. Auch die Grünen legten zu.

BernDie Schweizerische Volkspartei (SVP) legte nach einem der härtesten Wahlkämpfe in der Geschichte des Landes bei den Parlamentswahlen 2,3 Punkte auf 29 Prozent der Stimmen zu. Sie stellt künftig 62 statt bisher 55 Abgeordnete.

Die Sozialdemokraten sind nach dem Wahlergebnis vom Morgen die Verlierer der Wahlen. Die Sozialdemokraten mussten 3,8 Punkte auf 19,5 Prozent abgeben. Sie entsenden nun 43 statt bisher 52 Abgeordnete ins Parlament in Bern. Die neue Regierung wird am 12. Dezember von den Abgeordneten beider Parlamentskammern gewählt.

Die Grünen konnten 2,2 Punkte auf 9,6 Prozent gewinnen. Sie werden von 20 (bisher 13) Abgeordneten vertreten sein. Von den anderen Parteien mussten die ebenfalls an der Regierung beteiligen Freidemokraten (FDP) ein Minus von 1,7 Punkten auf 15,6 Prozent hinnehmen. Die Christdemokraten (CVP) konnten ihren Wähleranteil leicht um 0,2 Prozentpunkte auf 14,6 Prozent steigern. Beide Parteien stellen jeweils 31 Abgeordnete.

Die Wahlbeteiligung war nach einer Berechnung der Schweizer Nachrichtenagentur SDA bei 49,62 Prozent. Das sei der höchste Wert seit 1975 gewesen.

SVP ist gegen die EU

SVP-Parteichef Ueli Maurer bekannte sich am Abend in Fernsehen zum Schweizer Regierungssystem, das alle großen Parteien in die Regierung mit einbezieht. Grund für den Sieg seiner Partei, die vor allem wegen ihrer Ausländerpolitik auch im Ausland kritisch beobachtet wird, sei das Parteiprogramm, sagte Maurer: "Wer gegen die EU ist, wer tiefere Steuern will, wer Sicherheit und weniger kriminelle Ausländer will, wählt die SVP."

Maurer kündigte im Fernsehen an, dass seine Partei nicht die Absicht habe, die Sozialdemokraten aus der Regierung zu drängen. Auch bekenne sich seine Partei dazu, dass alle namhaften Parteien wie bisher an der Regierung beteiligt werden.

Die Schweizer Regierung besteht aus sieben Mitgliedern, von denen bisher SVP, Sozialdemokraten und FDP jeweils zwei, die CVP einen Minister stellen. Unklar blieb zunächst, ob auch die am Sonntag gerade wegen der Klimaproblematik erstarkten Grünen an der Regierung beteiligt werden. (mit dpa)