Der Tagesspiegel : Paulikloster wird Museum

Helmut Caspar

Der brandenburgische Landesarchäologe Jürgen Kunow hofft, dass noch in diesem Jahr der Umbau des Pauliklosters in Brandenburg an der Havel in ein Archäologisches Landesmuseum in Angriff genommen wird.

Das Thema sei in der Landesregierung "durch", und auch die aus EU-Fördergeldern und Landesmittel gebildete Summe für den Wiederaufbau der mittelalterlichen Klosterruine in Höhe von rund 15 Millionen Euro seien eingeplant, sagte Kunow. So könne eigentlich nichts mehr dazwischen kommen. Der brandenburgische Landesarchäologe stellte in der vergangenen Woche das neueste "Jahrbuch Archäologie in Berlin und Brandenburg" vor, in dem rund 60 exemplarische Grabungen von der Steinzeit bis in die jüngste Vergangenheit präsentiert werden (Konrad Theiss Verlag Stuttgart, 156 S., 14,90 Euro).

Dabei verwies Kunow zugleich auf das Engagement der brandenburgischen Kulturministerin Johanna Wanka für die Schaffung des dringend benötigten Landesmuseums. "Endlich könnten wir die großartigen Funde von der Niederlausitz bis zur Uckermark angemessen präsentieren und auch zeigen, was die Bodendenkmalpflege zur Präzisierung unseres Geschichtsbildes beizutragen vermag."

Strittig ist nach Kunows Aussagen noch die Frage, wer für den laufenden Unterhalt des Museums aufkommt. "Die vermutlich 500 000 Euro im Jahr sollten aber nicht die Hürde sein. Da Fördermittel der EU nur noch bis 2006 zur Verfügung stehen, wäre es unklug, sie wegen dieser halben Million auszuschlagen", sagte er.

Die immer noch sehr eindrucksvolle Ruine des im zweiten Weltkrieg zerstörten ehemaligen Dominikanerklosters St. Pauli in der Brandenburger Neustadt, zu dem auch ein noch relativ intaktes Konventgebäude gehört, müsse so oder so restauriert werden.

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